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Wesel: Viele wollen das Dom-Café zurück

Wesel : Viele wollen das Dom-Café zurück

Seit das Dom-Café geschlossen ist, fehlt mitten in Wesel ein gemütliches Kaffeehaus mit Plüsch und Sahnetorten. Doch es gibt Alternativen, die mit guter Qualität und/oder interessanter Aussicht punkten. Café im Preußen-Museum geplant.

Es sind vor allem Senioren und Besucher der Stadt, die ein gemütliches Café mit Tradition, Plüsch und hausgemachten Torten im Schatten von Dom und Historischer Rathausfassade vermissen.

 Doris und Claudia Bongers vom Café Minchen.
Doris und Claudia Bongers vom Café Minchen. Foto: Koster, Karin

Doch noch immer tut sich nichts im seit Frühjahr 2011 leerstehenden Dom-Café an der Ecke Dimmerstraße/Brückstraße. Auch wenn Bürgermeisterin Ulrike Westkamp kürzlich öffentlich erklärt hat, man habe Anlass zu Optimismus, dass dort etwas passiere. Fakt ist, dass sich ein Investor für das Haus interessiert.

Ein Problem ist, dass es zwei Eigentümer gibt und sich die Verkaufsverhandlungen äußerst schwierig gestalten. Und: Selbst wenn besagter Investor zum Zuge käme, wäre damit nicht klar, ob dort ein hochwertiges Café oder etwas völlig anderes (Mode, Deko, etc.) eröffnen würde. Auf den ersten Blick sicherlich auch bestens geeignet für ein schmuckes Café sind die leerstehenden Räume der früheren Commerzbank-Filiale neben und hinter der historischen Rathausfassade. Diese Ansicht hatte jüngst Verbands-Sparkassen-Chef Friedrich-Wilhelm Häfemeier geäußert.

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Unabhängig vom Leerstand Dom-Café hat sich die RP die Frage gestellt, wo man in der Innenstadt überhaupt gemütlich eine Tasse Kaffee und leckeren (Konditoren-)Kuchen bekommt. Das Ergebnis mag auf den ersten Blick (positiv) überraschen: Innerhalb der Ringe (siehe Grafik) gibt es aktuell ein halbes Dutzend mehr oder weniger zentral gelegene Cafés. Qualitativ zur Spitzengruppe zählt zweifelsohne das Café Fehr an der Pastor-Janßen-Straße.

Konditormeister Uli Fehr, der einst im berühmten Mönchengladbacher Café Heinemann sein Handwerk erlernt hat, steht seit Jahrzehnten für erstklassige Ware. Das Café neben dem Marien-Hospital selbst ist zwar gemütlich, hat aber eher das Flair eines Bistros.

Abseits der Innenstadt befindet sich das Café Minchen an der Dinslakener Landstraße (siehe Info). Zwischen Antiquitäten, die man auch käuflich erwerben kann, gibt's hausgemachte Torten und Kuchen in Bauernhofcafé-Qualität. Mitten im Zentrum bietet das Café L'Étage mit seiner gläsernen Front einen prima Blick auf die Fußgängerzone. Die Kuchen und Torten backt Küchenchef und Konditormeister Peter Seidler selbst. Zwischen Kaufhof und Berliner Tor gibt's die Großbäckereien Kornbäcker (Sitz: Oberhausen, 23 Filialen) und Siebrecht (Hünxe, 70 Filialen) mit einer guten Auswahl. Vor allem an schönen Tagen sind die Plätze im begrünten Hof (Siebrecht) und auf der Fußgängerzone (Kornbäcker) begehrt. Schön sitzt man draußen auch bei Lomber's am Leyensplatz. Weitere Cafés sind geplant in der Dudel-Passage — dort wird noch nach einem Interessenten gesucht — und im Preußen-Museum.

(RP/rl/jul)