1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel

Grundschule in Hamminkeln: Vereine sind mit Protest erfolgreich

Nutzung der Grundschule : Vereine aus Hamminkeln sind mit Protest erfolgreich

Der Bauausschuss lehnt in aller Deutlichkeit den Vorschlag der Verwaltung ab, die Nutzung der früheren Kreuzschule aufzugeben. Viele Vereine aus der Stadt sind zur Sitzung gekommen. Politisch ging es rau und ablehnend zu.

Die Stimmung im Bauausschuss der Stadt Hamminkeln war gereizt. Die städtischen Pläne um die Dingdener Hauptschule und Turnhalle, die für viele Vereine des Dorfs wichtig sind, hatten aufgeschreckt. Zwar waren die Ängste der Vereine, künftig keinen Zutritt mehr zur Schule und zur Turnhalle zu haben, von der Verwaltung nach eigenen Aussagen im Bauausschuss gedacht, um Druck zu erzeugen und in Zeiten des Spardiktats die politische Zustimmung für die Weiterfinanzierung zu bekommen. Eine Schließung könnten die Fraktionen, so das Kalkül, keinesfalls mitmachen, ohne großen politischen Schaden zu nehmen.

Aber öffentlich kam die Strategie als Botschaft an, dass konkrete Schließungsgefahr besteht. Im Sitzungssaal in der Bürgerhalle Wertherbruch zeigten deshalb zahlreiche Dingdener deutlich ihre Meinung und entrollten Protestplakate. Am Ende lehnte der Ausschuss den Verwaltungsvorschlag ab, die Nutzung der früheren Kreuzschule zu beenden. Vielmehr wurde einstimmig beschlossen, Schule und Turnhalle weiter zur Vereinsnutzung zuzulassen.

  • Das Schulzentrum in Hamminkeln von der
    Entscheidung in Hamminkeln : Ausschuss stimmt für Neubau der Grundschule
  • Dagmar Brützel hofft inständig, dass der
    Diskussion um Grundschule in Hamminkeln : Bitte keine Lernfabrik
  • Die Gesamtschule an der Tersteegenstraße 87
    Kritik im Hauptausschuss Neukirchen-Vluyn : Politik ist sauer – Umbau der Gesamtschule verzögert sich

Von mehreren Vereinsvertretern – Blau-Weiß Dingden, Karnevalsclub, DRK, Chor Pro Campesinos – hatte es zuvor in der üblichen Fragestunde vor Sitzungsbeginn warnende und mahnende Worte zu den Plänen gegeben. Beispiel Rotes Kreuz Dingden: Vorsitzender Ludwig Terörde sprach von über 200 Blutspendern – so viel wie der Rest der Stadt insgesamt – bei den viermal jährlichen Aktionen in der Hauptschule, andere Hallenkapazitäten für diese Größenordnung gebe es nicht. Für den Sportbetrieb gibt es keine Alternative. Blau-Weiß Dingden betonte dies nachdrücklich, und so stand es auch in der Beschlussvorlage.

Vor der Sitzung des Ausschusses hatte die Interessen- und Werbegemeinschaft ihre Ablehnung ans Rathaus übermittelt. Bei diesen Rahmenbedingungen war es klar, dass es in der politischen Sitzung Kritik hageln würde. Die fiel in Beiträgen von Thomas Neu und Johannes Bauhaus (CDU), Gisela Brick (Grüne), Helmut Wisniewski (USD), Martin Wente (FWI), Bernfried Schneiders (FDP) und Birgit Hoffmann (SPD) sogar sehr deutlich aus.

Warum ging die Verwaltung angesichts dieser erkennbaren Ablehnungsfront in die Offensive? Bürgermeister Bernd Romanski bekannte sich dazu, dass Vereine grundsätzlich dort Räume bekommen sollten, wo sie ansässig sind. Man wolle mit dem Vorgehen eigentlich erreichen, endlich eine Entscheidung zu bekommen, was mit der Schule passiert, nachdem die Gesamtschule sie nicht mehr nutzt. Die Stadt zahle den Unterhalt des Gebäudes, von 10.000 Euro im Jahr war die Rede, es gebe aber keine städtische Nutzung. Dass sich der Betrieb in Vereinsregie denken lässt, wurde deutlich. Romanski war aber klar, dass sich das nicht real abbilden lässt. Als er noch einräumte, im Vorfeld nicht mit Vereinsvertretern gesprochen zu haben, weil man erst auf das politische Votum warten wollte, hob das auch nicht die Stimmung.

Das Abstimmungsergebnis hatte sich zuvor klar abgezeichnet. Vereine hatten im Vorfeld perplex reagiert und öffentlich gefragt: „Wo sollen wir denn hin?“ Die Frage, was mit der Hauptschule wird, reicht allerdings tiefer. Seit der Aufgabe der Gesamtschule-Dependance in Dingden zugunsten der Konzentration am zentralen Schulstandort Hamminkeln ist der Standort nicht nur geschlossen, sondern die ehemalige Hauptschule steht komplett leer. Nur Vereine und Organisationen nutzen die Räumlichkeiten noch für ihre Zwecke.