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Politik in Hamminkeln: Ausschuss stimmt für Neubau der Grundschule

Entscheidung in Hamminkeln : Ausschuss stimmt für Neubau der Grundschule

Im Bauausschuss blieb der Standort für Hamminkelns bisher teuerstes Bauprojekt umstritten. Die Debatte wogte heftig hin und her. Am Ende entschied die Mehrheit: Die Schule zieht an das Zentrum an der Diersfordter Straße.

Im Bauausschuss am Mittwoch ging es auch um den Neubau der Grundschule. Die FWI will am Standort an der Bislicher Straße bleiben und hier die Schule voranbringen. „Tragfähige Lösungen am Standort untersuchen“, so formulierte es Ratsmitglied Martin Wente. Der Ausschuss schloss sich mit seinem am Ende einstimmigen Votum aber dem Vorschlag der Verwaltung an, mit einem Neubau an der Diersfordter Straße das Schulzentrum zu vollenden.

Die Stadt will einen Generalunternehmer mit dem Projekt beauftragen, so wie schon in Mehrhoog praktiziert. Die Investition im Volumen von 30 Millionen Euro wäre die höchste der Stadt jemals. Fördertöpfe können nach Angaben der Verwaltung nicht oder nur eventuell für energetische Maßnahmen rekrutiert werden – macht 2,5 bis drei Millionen. So richtig klar wurde das aber nicht. Die CDU brachte daher überraschend die Variante B ins Spiel – die Sanierung am alten Standort.

Im letzten Rat wurde die Verwaltung jedoch beauftragt, den Neubau an der Diersfordter Straße zu verfolgen. Weil die „ihre größten Vorteile in der Umsetzbarkeit der Schul- und Betreuungskonzeption, in den städtebaulichen Synergien, der optimalen Funktionalität der räumlichen Strukturen sowie der barrierefreien Erschließung hat“, wie es in der Vorlage heißt. Aber eben auch ein Riesenfinanzpaket darstellt.

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„Knapp 30 Millionen Investition verursachen uns Kopfschmerzen“, betonte Bernfried Schneiders (FDP). Gisela Brick (Grüne) fand, dass es „traurig“ sei, dass die kleine Stadt Hamminkeln für „eine große Investition keine Unterstützung erfährt“. Das finanzielle Wagnis ändert aber nichts an der Grünen-Zustimmung. Martin Wente würde weiterhin den Alt-Standort bevorzugen und legte sich dafür mächtig ins Zeug: „Die Variante am derzeitigen Standort ist bei sehr guten räumlich-pädagogischen Standards deutlich günstiger und ökologisch vorteilhafter als die von der Verwaltung vorgelegte Neubauvariante.“ Warum der Bürgermeister realistische Varianten am jetzigen Standort nicht prüft, bleibe ein Rätsel, betont er.

Die widersprüchlichen Sichtweisen sind Kennzeichen der mittlerweile ewigen Scharmützel zwischen Wente und dem Verwaltungschef. „Vielen Dank, Herr Wente, dass Sie mich immer wieder überraschen“, sagte Romanski. „Dass Sie uns Vorwürfe machen ist abenteuerlich.“ Er weise alles zurück. Helmut Wisniewski (USD) hatte seine Arbeit mit der CDU. Er vermutete, die Partei warte auf Abstimmungsfolge im entscheidenden Rat, weil die Stimmenmehrheit wegen erkrankter Ratsmitglieder offen werde. Das wies Matthias Holtkamp (CDU) zurück, man wolle nur Klarheit für die Entscheidung. 

Für Bernhard Payer, Cheftechniker im Rathaus, ist jedenfalls klar: „Der Umbau im Bestand ist unsicher, Überraschungen können jederzeit kommen.“ Er hat sich auch mit der Grundstücksfrage beschäftigt, falls am alten Standort ausgebaut würde. Ein Teil könnte zugekauft werden, ein weiterer Eigentümer will nicht.