Wermelskirchen: Freibad Dhünn bleibt zu

Wermelskirchen : Freibad Dhünn bleibt zu

Frank Jäger, Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Freibad Dhünn, sieht nach den schweren Wasserschäden keine Zukunft mehr. Ein Hoffnungsschimmer: Er möchte einen Naturschwimmteich schaffen.

Es fiel ihm gestern sichtlich schwer, dies auszusprechen. Denn er hatte die letzten Monate gekämpft. Doch gestern erklärte Frank Jäger, Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Freibad Dhünn: "Das Freibad Dhünn wird 2012 nicht geöffnet." Das zweite Jahr in Folge. Das dürfte das Ende des Freibades Dhünn in der bekannten Form sein. Zurückgeben wird die Projektentwicklungsgesellschaft das Gelände aber noch nicht an die Stadt. Denn Jäger arbeitet trotz der Rückschläge der vergangenen zwölf Monate doch noch daran, eine Bademöglichkeit an dieser Stelle zu schaffen: "Ich denke an den Bau eines Naturschwimmteiches." Derzeit sei er in Gesprächen über die Genehmigungsfähigkeit.

2001 drohte die Schließung des 1972 eröffneten Freibades. 25 000 Besucher kamen in dieser Saison. Eine Projektentwicklungsgesellschaft gründete sich, Vereine und Verbände engagierten sich in den ersten Jahren. Mit einer Sauna- und Wellnesslandschaft sollte das finanzielle Polster für den Erhalt des Freibades geschaffen werden. Die Suche nach einem Investor wurde aber 2005 gestoppt, als Bürgermeister Eric Weik sein Leuchtturmprojekt präsentierte: eine Outdoorarena mit vielen Freizeitmöglichkeiten. Politisch, aber auch in der Nachbarschaft stieß das Projekt mehrheitlich auf Ablehnung. Seither dümpelt das Freibad mehr schlecht als recht vor sich hin. Immer mehr Gesellschafter sprangen ab, letztlich trug Unternehmer Frank Jäger die Kosten allein. Über 100 000 Euro sollen es inzwischen sein. Zuletzt ging die Heizung kaputt, so dass 2010 nur das Sonnenlicht das Wasser erwärmte. Und das bei einem nicht gerade warmen Sommer. Lediglich die Frühschwimmer zeigten sich abgehärtet und treu.

Zwei Überschwemmungen

Dann kam das Jahr 2011: Zwei Überschwemmungen zerstörten die Pumpen, dann kam die Trockenheit. Das Bad blieb geschlossen. Inzwischen ist klar: Die Versicherung zahlt keinen Euro. Der Reparaturstau ist aber laut Jäger inzwischen so angewachsen, dass er sich außerstande sieht, dies zu finanzieren. "Wir haben auch die gleichen Probleme wie in Dabringhausen mit der Filteranlage: Auch die muss erneuert werden."

Obwohl sich die Projektentwicklungsgesellschaft vertraglich 2006 verpflichtet hatte, das Bad bis 2016 offen zu halten, bleibt es zu. "Wir werden es aber nicht an die Stadt zurückgeben", so Jäger gestern. Denn: Er möchte in Dhünn schon noch eine Bademöglichkeit schaffen. Zwar nicht so komfortabel wie in einem Freibad, dafür naturbelassen. 2009 wurde das schon einmal in Betracht gezogen. Aber damals standen Investitionskosten in Höhe von einer Million Euro im Raum. "Ich bleibe dabei: Ich möchte einen Naturschwimmteich schaffen." Doch der Gang durch die Behörden kostet Zeit.

(RP/url)