Beim 11. Gesundheitsforum Wegberg ging es um das Thema Schmerzen

11. Gesundheitsforum Wegberg : Schmerzursachen früh erkennen

Durch gezieltes Training, Dehnung, gute Ernährung und viel Trinkwasser können Verkürzungen, die ein Gelenk blockieren, aufgehoben werden, erklärten Experten unter anderem beim 11. Gesundheitsforum Wegberg.

Was tun bei Schmerzen? Referent Christian Härtel definierte beim 11. Gesundheitsforum Wegberg mit dem Titel „Endlich schmerzfrei!“ zunächst einmal die unangenehme körperliche Reaktion. „Schmerzen nützen und schützen und können krank machen, wenn sie chronisch werden“, sagte er nach der Begrüßung durch Tobias Thenée, der seit Anfang dieses Jahres Inhaber des „Activ Centrum Wegberg“ ist. Neben Auslösern von außen können auch Entzündungen Schmerzen auslösen. 

Vor mehr als einhundert Zuhörern beschrieb Härtel Kopf-, Rücken-, Bauch-, Gelenk- und Tumorschmerzen als die am häufigsten auftretenden. Am weitesten verbreitet sei der Rückenschmerz, gefolgt von Kopf und Knie. Für Gelenkschmerzen gilt Arthrose als häufigste Ursache. Beginnend ab dem 30. Lebensjahr ist jeder Fünfte ab dem 60. Lebensjahr an Knie oder Hüfte betroffen. In der Therapie würden sowohl anti-entzündliche als auch Schmerzmittel neben Physiotherapie, physikalischer Therapie oder lokaler Wärme wie Bäder eingesetzt, führte Härtel aus. „Wichtig ist es, wieder in Bewegung zu kommen und so bald es geht, etwa zur Arbeit zu gehen!“ Auch schwache oder starke Opioide könnten bei Bedarf eingesetzt werden. Ergänzend kann jeder Betroffene selber Bewegung, Rückenschule oder Sport beisteuern. Ebenso sind beispielsweise autogenes Training, Ultraschall-Therapie oder Krankengymnastik hilfreich. Wichtig sei es, „die Möglichkeiten konsequent und anhaltend“ auszuschöpfen.

Arthrose sei ein Gelenkverschleiß, schloss sich Orthopädie-Facharzt Jochen Neßler mit seinen Ausführungen an, entweder genetisch beeinflusst oder aufgrund von Fehlstellungen, Rheuma und weiteren Ursachen entstanden. Große Bedeutung komme dem Knorpel in den Gelenken zu, der über durch Wechseldruck erneuerte Gelenkflüssigkeit ernährt wird. Bei operativen Maßnahmen gibt es zum einen solche, die das Gelenk erhalten. So wird Knorpel transplantiert, wenn dieser zum Teil defekt und sonst alles intakt ist. Die heutige Standzeit eines künstlichen Hüft-, Knie- oder Schultergelenks betrage mehr als 20 Jahre, betonte er, im Jahr 2019 wird die LVR-Klinik um die 1300 Gelenke einsetzen. Zudem könne jeder mit vollwertiger Ernährung, Vermeiden von Übergewicht, Rauchstopp und regelmäßigem Training auch präventiv etwas für seine Gesundheit tun. Im Weiteren stellte Sporttherapeut Josef Stepprath die Möglichkeit, durch gezieltes Bewegungstraining schmerzfrei zu werden, heraus. Gelenke können demnach durch dosierte Bewegung, gesunde Ernährung und viel Trinken an die richtige Position gestellt und der Rücken durch optimal trainierte Muskeln gestärkt werden. Zudem gehe Arthrose heutzutage oft auch auf eine Unterversorgung des Gelenkknorpels zurück. Im Fall von fehlender Muskulatur, fehlerhafter Sitzhaltung und Gelenkschmerzen biete es sich an, diese durch leichtes Muskeltraining, Herz-Kreislauftraining auf dem Ergometer sowie Dehnung zu beheben. „Die Regenerationsfähigkeiten des Körpers sind enorm“, bekräftigte er seine Auffassung.