Wegberg: Abriss des alten Hospitals beginnt

Dauerbrenner an der Stadtgrenze Wegberg : Abriss des alten JHQ-Hospitals beginnt

Zuerst werden die kontaminierten Brandabfälle des einstigen Hospitals fachgerecht entsorgt, dann soll der gesamte Gebäudekomplex verschwinden.

Wie oft die Feuerwehr zum alten Militär-Hospital ausrücken musste, weil dort gezündelt wurde, kann sie schon gar nicht mehr zählen. Etliche Großbrände haben aus dem riesigen Gebäudekomplex eine Ruine gemacht. Und die ist gefährlich, weil weite Teile einsturzgefährdet sind. Für viele Abenteuersuchende bietet das offenbar den richtigen Kick. Denn obwohl das Areal bewacht wird, gelang es immer wieder Menschen, in das Hospital zu kommen. Eine Übernachtung dort galt als Mutprobe. Das dürfte bald vorbei sein, denn jetzt haben die Vorarbeiten für den vollständigen Abriss begonnen. Das meldete jetzt die städtische Pressestelle. Zunächst lässt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Eigentümerin mit Unterstützung der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde der Stadt die kontaminierten Brandabfälle fachgerecht entsorgen. Das letzte großen Feuer auf dem Gelände gab es am 11. Juli. Für die Wehrleute war es wie immer kein ungefährlicher Einsatz und ein mühsamer noch dazu. Denn das Gebäude ist nicht nur einsturzgefährdet, die Wasserversorgung ist dort auch schlecht.

Viele Räume sind einsturzgefährdet. Sich darin aufzuhalten, ist daher gefährlich. Foto: Stephan Schellhammer

„Wir sind froh, dass die Bima endlich mit dem Abriss begonnen hat. Wir sind in guten Gesprächen, damit im Zuge dieser Entwicklung nun der vollständige Abriss der Gebäude weiter vorangetrieben wird“, sagt Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Gregor Bonin. Die Stadtverwaltung habe gemeinsam mit der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde in den vergangenen Wochen die Bima massiv dabei unterstützt, „schnell und zielorientiert eine Lösung für die für Mensch und Natur unhaltbare Situation zu finden“.

Ein Bild von oben nach dem Brand im Juli. Foto: Feuerwehr MG

Mit großer Freude hat auch der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende und Ratsherr für den Wahlkreis Rheindahlen-Land, Friedhelm Stevens, die Nachricht vom Anrücken der Bagger vernommen. „Es ist längst höchste Zeit, dass die maroden Gebäude und Aufbauten endlich dem Erdboden gleichgemacht werden“, betont der CDU-Politiker. „Aufgrund der Untätigkeit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben herrschte auf dem Gelände in den vergangenen Jahren oftmals Chaos. Regelmäßig verschafften sich Unbefugte Zutritt. Illegale Autorennen, Vandalismus und Brandstiftung standen auf der Tagesordnung.“ Dem müsse endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Insbesondere der Feuerwehr seien weitere Einsätze auf dem Areal nicht mehr zuzumuten. „Ich bin daher sehr dankbar, dass jetzt endlich mit dem Abbruch begonnen wird“, sagt Stevens.

Dass nun nach neun Jahren Leerstand Gladbachs Dauerbrenner verschwindet, war kein leichter Kampf. Dafür musste erst einmal der Druck auf die Bima erhöht werden. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners hatte nach dem letzten Großbrand vehement den schnellen Abriss gefordert. Nötigenfalls werde man die Arbeiten zur Gefahrenabwehr selbst in die Hand nehmen und die Kosten der Bima in Rechnung stellen, verkündete er. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Krings hatte dem Vorstandssprecher der Bima geschrieben und ebenfalls eine schnelle Umsetzung der Abrisspläne gefordert.

Laut Bima wird und wurde das Gelände regelmäßig von einem Wachdienst kontrolliert. Außerdem sei die Mönchengladbacher Polizei gebeten worden, öfter einmal dort nachzuschauen. Auch der Zaun, der das Gelände umschließe, sei regelmäßig repariert worden. Dennoch seien immer wieder Unbefugte auf das Areal gekommen.

Mehr von RP ONLINE