Wegberg: Anklage wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung

Wegberg: Anklage wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung

Im Prozess wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Mönchengladbach wurden am dritten Verhandlungstag weitere Zeugen gehört. Im August letzten Jahres soll der Asylbewerber S. (28) während der mittäglichen Essensausgabe in der Unterkunft Petersholz einen Messerangriff auf zwei Mitbewohner unternommen haben.

Beide erlitten jeweils mehrere Schnittverletzungen von bis zu 25 Zentimeter Länge in Bauch und Rücken, bevor S. überwältigt werden konnte. Der Sicherheitsmitarbeiter B. (50) sagte aus, er habe mittags in der Mensa die Einlasskarten der Bewohner gescannt, als plötzlich eine Kollegin gerufen habe: "Er hat ein Messer, er hat ein Messer." Daraufhin sei er zur Theke gelaufen, wo der Angeklagte mit dem Messer in der Hand mit dem Rücken zur Wand stand. Auf seinen Ruf "Messer runter" habe S. nicht reagiert, sondern sei in Richtung der Tischreihen geflohen. "Da es dort sehr eng ist, ist er wohl irgendwo hängengeblieben und gestürzt", so der Zeuge. Als S. halb auf dem Tisch, halb auf dem Boden lag, sei es dem Sicherheitsmitarbeiter gelungen, sein Handgelenk, dass das Messer hielt, zu fassen zu bekommen. Dann ging es sehr schnell: "Viele Hände griffen sofort nach dem Messer und konnten den Angreifer entwaffnen."Ein weiterer Zeuge, H. (29), der als Sozialarbeiter in der Unterkunft arbeitete, sagte aus, er habe zwei Tage vor dem Vorfall einen Streit zwischen S. und den beiden angegriffenen Iranern beobachtet. Er habe daraufhin versucht, die Parteien zu trennen und alle zu dem Info Point gebracht, um die Sache zu klären. Als die Rede auf ein gestohlenes Handy gekommen sei, habe man S. erklärt, dies werde die Polizei klären. Daraufhin habe S. nur "ok" gesagt und sei gegangen. Bei dem eigentlichen Vorfall habe er Schreie in der Mensa gehört und habe dort zwar eine Handbewegung von S. gesehen, jedoch kein Messer. Sein Versuch, den Angreifer zu beruhigen, fruchtete nicht, S. sei in eine Stuhlreihe gelaufen und dort gestürzt. Er habe das Messer dann auf dem Boden liegen sehen und es aufgehoben. Die Sozialarbeiterin L. (24) sagt aus, sie habe am Tattag und am Tag davor gesehen, wie S. mehrere Male in die Mensa geschaut und sie jedoch dann immer direkt wieder verlassen habe. Unmittelbar nach dem Angriff habe sie versucht, schnell die Frauen und Kinder in Sicherheit zu bringen. Zu dem Gesichtsausdruck von S. sagt sie: "Er hatte ein Grinsen im Gesicht, es sah aus, als finde er es gut, was er da gerade macht."

Eine Aussage wurde nur verlesen, da der Zeuge Hessen derzeit nicht verlassen darf. N. beschreibt, dass er am Tattag im Bereich der Getränkeausgabe gearbeitet habe. Als einer der Angegriffenen in seine Richtung kam und der Angeklagte diesem nachsetzte, hätte er mit einem Stuhl versucht, S. abzuwehren. Dann sei die Security da gewesen.

(RP)