Mönchengladbach: Wegen versuchten Mordes vor dem Schwurgericht

Mönchengladbach : Wegen versuchten Mordes vor dem Schwurgericht

Wegen versuchten heimtückischen Mordes und gefährlicher Körperverletzung muss sich ein Pole, der seit etwa sechs Wochen in Viersen lebt, vor dem Schwurgericht des Landgerichts verantworten.

In der Anklage heißt es, dass der 25-Jährige die Tat im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangen habe, weil er damals einen Alkoholpegel von mindestens drei Promille hatte.

Zunächst machte der Angeklagte Angaben zur Person, die von einer Dolmetscherin übersetzt wurden. Nach dem Fachabitur habe er gelernt, Autos zu reparieren, und zwölf Jahre in einer Autowerkstatt gearbeitet. Danach sei er in einer Fabrik tätig gewesen und schließlich in Deutschland gelandet: "Hier habe ich bis zur Festnahme auf dem Bau gearbeitet". Danach wurde der 25-Jährige nach seinem Alkoholkonsum gefragt.

Über die widersprüchlichen und geringen Mengenangaben des Angeklagten staunte vor allem der psychiatrische Sachverständige. Wie es denn dann zu dem Pegel von mehr als drei Promille gekommen sei, wollte dieser wissen. Immerhin hatte der Neu-Viersener bei der Polizei zugegeben, seit zwei Jahren an den Wochenenden regelmäßig erhebliche Wodkamengen zu trinken.

Auch in der Erklärung zur Tat, die der Verteidiger für den Angeklagten abgab, war von Wodkakonsum flaschenweise die Rede. Die Erklärung enthielt auch das Geständnis. Am 3. August 2014 hielt sich der Angeklagte mit drei Männern in einer Viersener Wohnung auf. Zunächst sei man im Garten gewesen, später in der Wohnung. "Wir haben relativ viel Alkohol getrunken", gab der Angeklagte zu.

Bald sei es zwischen ihm und einem Mittrinker zum Streit gekommen. "Wir haben uns beschimpft. Er hat meine Mutter beleidigt", erinnerte sich der Angeklagte. Später sei er mit dem Mann in der Küche gelandet. Er habe dort ein Brötchen essen wollen. Das Streitgespräch sei immer heftiger geworden. "Pack deine Sachen. Ich will dich nicht mehr sehen", habe ihn der andere aufgefordert. "Der wollte einfach nicht aufhören. Er sollte endlich den Mund halten", regte sich der Viersener im Gerichtssaal auf.

"Der andere saß auf einem Stuhl. Ich bin zwei Schritte auf ihn zugegangen. Dann habe ich die Kontrolle verloren und habe zugestochen", ließ der 25-Jährige schließlich von der Dolmetscherin übersetzen. Vor dem Richtertisch zeigte der Angeklagte bereitwillig, wie er auf das Opfer zugegangen war. Der Prozess wird fortgesetzt.

(RP)
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