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Viersen: "Wir müssen gesamtstädtisch denken"

Viersen : "Wir müssen gesamtstädtisch denken"

Interview mit dem CDU-Parteivorsitzenden Paul Mackes zum Bau eines OBI-Baumarktes in Viersen

Bei der Frage, ob die Ansiedlung eines OBI-Marktes in Viersen richtig und sinnvoll ist, fordert CDU-Chef Paul Mackes, Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsausschusses, in dieser Frage "gesamtstädtisch zu denken". Die RP-Redakteur Joachim Nießen sprach mit dem Christdemokraten über die geplante Ansiedlung.

 Wenn es nach dem Willen der politischen Mehrheit im Stadtrat geht, soll an der Kölnischen Straße in Viersen ein OBI-Markt entstehen.
Wenn es nach dem Willen der politischen Mehrheit im Stadtrat geht, soll an der Kölnischen Straße in Viersen ein OBI-Markt entstehen. Foto: andreas bretz

Braucht Viersen einen weiteren Baumarkt

Mackes Der Baumarktsektor ist für jede Stadt eine wichtige Einzelhandelskomponente. Im Rahmen des Einzelhandelskonzeptes hat der Baumarktsektor in Viersen mit 0,71 eine 30 Prozent unter dem Durchschnitt liegende Zentralitätskennziffer. In Euro bedeutet das, dass rund zehn Millionen Euro Umsatz nicht in Viersen, sondern aufgrund der Angebotsstruktur im Umland getätigt werden. Diesen zusätzlichen Umsatz gilt es, nach Viersen zu holen. Daneben werden bis zu 50 Arbeitsplätze geschaffen.

Was ist mit den bestehenden Anbietern?

Mackes Wie heißt es so schön: Der Wettbewerb belebt das Geschäft. Die derzeitige Konkurrenzsituation verträgt einen weiteren Baumarkt und wird das Angebot für die Bürger attraktiver werden lassen. Hinzu kommt die unsichere Entwicklung der Baumarktkette Praktiker. Erst im Mai dieses Jahres wurde im Wirtschaftsmagazin "Der Handel" über weitere Filialschließungen berichtet und wie es aus der Konzernzentrale heißt, ist die Überprüfung und Konsolidierung des Filialnetzes noch nicht abgeschlossen. Darauf muss man auch als Stadt reagieren.

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Ist der derzeitig geplante Standort an der Kölnischen Straße richtig gewählt?

Mackes Die Gespräche, die die Wirtschaftsförderung mit OBI geführt hat, laufen nunmehr seit fast drei Jahren. Dabei wurden eine Reihe von Standorten geprüft. Das Haus Tengelmann hat dabei klare Vorstellungen, was Lage und Anbindung angeht. Das ist auch für die Wirtschaftlichkeit einer solchen Investition von imminenter Bedeutung.

Die Anwohner in der Umgebung fürchten eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens. Ist diese Sorge berechtigt?

Mackes Die verkehrstechnische Anbindung erfolgt ausschließlich über die Kölnische Straße. Es wird keinen Rand- oder Schleichverkehr geben. Trotzdem ist es wichtig, die Anregungen und Bedenken im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung ernst zu nehmen. In der CDU-Fraktion denken wir darüber nach, zusätzlich zu dem laufenden Verfahren der Bürgerbeteiligung, eine Informations- und Bürgerveranstaltung durchzuführen. Transparenz und Information sind an dieser Stelle wichtig.

Was wünschen Sie sich für die kommenden Monate in Bezug auf diese Neuansiedlung?

Mackes Ich denke, wir sollten eine sachliche und fundierte Diskussion führen, an deren Ende die beste Entscheidung für Viersen herauskommt. OBI ist ein Anbieter aus der "ersten Reihe". Ein Mittelzentrum wie Viersen sollte sich über eine derartige Entwicklung freuen. Der gesamte Standort Viersen wird davon profitieren. F

(RP)