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Brüggen: Geringe Geldstrafe für Betrüger verhängt

Brüggen : Geringe Geldstrafe für Betrüger verhängt

Die Wirtschaftskammer des Krefelder Landgerichts hat einen 42-jährigen Brüggener wegen Betrugs zu 5400 Euro Strafe verurteilt. Das ist eher milde, bezogen auf den Schaden, den der Mann anrichtete.

Mit seiner Hilfe wurde allein eine Anlegerin aus Kaarst um 90 000 Euro gebracht. Auch war der Angeklagte schon wegen ähnlicher Taten zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Für den Angeklagten sprach nur, dass der Fall acht Jahre zurückliegt. Er gilt auch nicht als Haupttäter. Er hatte mit zwei Komplizen, gegen die gesondert verhandelt wird, gemeinsam gehandelt. Auch das Geständnis wertete das Gericht zugunsten des Angeklagten.

Das kam allerdings nur sehr zögerlich und über seinen Anwalt. Viermal, so berichtete der Anwalt, sei sein Mandant als Helfer der Haupttäter in Erscheinung getreten. Er sei Fahrer und Handlanger gewesen. Geld habe er nicht bekommen, er habe auf Staatskosten gelebt. Lediglich im Fall der Frau aus Kaarst habe er einen kleinen Anteil erhalten. Weiteren Fragen wich er aus. Nach ihrer schriftlich vorliegenden Aussage fühlte die Frau sich unter Druck gesetzt. Sie habe Geld anlegen wollen, der ihr empfohlene Angeklagte habe sie regelrecht "eingeseift". Mit seinem Kollegen habe er ihr das sechsfache der Anlagesumme in Aussicht gestellt. Sie legte das Geld an und fragte dann ständig nach dem Gewinn. Doch wurde sie vertröstet, der Angeklagte ging schließlich nicht mehr ans Telefon. Die Täter hatten ihre Wohnsitze ins Ausland verlegt. Als sie sich an die Mutter des Angeklagten wandte, reagierte der Brüggener mit der Drohung, ihr einen Schlägertrupp zu schicken. Das Geld der Anleger — mehrere Hunderttausend Euro — sollen die Haupttäter aufgebraucht haben.

(bil)