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Viersen: Anlaufen, Springen und Siegen

Viersen : Anlaufen, Springen und Siegen

Spitzensport bei familiärer Atmosphäre gab's beim Internationalen Hochsprung-Meeting Viersen auf der Sportanlage an der Löh. Zum 18. Mal lud der Förderverein der LG Viersen am Wochenende zu dem Event ein.

Die Blicke, die zum Himmel gehen, sind besorgter Natur. Immer wieder schieben sich dunkle Wolken heran und drohen Regen an. "Die Abzieher stehen bereit. Mal sehen, ob wir die Flitschen gleich wieder brauchen oder ob es gut geht", sagt Elmar Orta, erster Vorsitzender der LG 47 Viersen, dem ausrichtenden Verein des Internationalen Hochsprung-Meetings in Viersen. Wenn die jungen Sportler und die Profi-Hochspringer auf die Stange anlaufen, darf der Boden auf keinen Fall seifig sein.

Während es sich die ersten Besucher, ausgerüstet mit Kuchen und Würstchen, auf der Tribüne und den Bänken direkt hinter der Absperrung bequem machen, herrscht auf dem Platz sportliche Geschäftigkeit. Die sechs jungen Frauen und Männer, die beim Nachwuchs-Cup an den Start gehen machen sich warm und legen erste Probesprünge ab. Persönliche Anlaufmarkierungen werden gelegt. Dort ist es ein breites Stück Klebeband, hier ein Schuh und sogar eine Wasserflasche dient als Markierung.

Punkt 13 Uhr ist es soweit. "Wir möchten Sie herzlich beim 18. Internationalen Hochsprung-Meeting Viersen begrüßen", dröhnt die Stimme von Moderator Uli Geis über den Platz. Den Auftakt macht der Nachwuchs. Bei 1,43 Meter liegt die Latte, als Alina Marks von der LG Viersen als erste Springerin an den Start geht. "Ein gelungener Einstieg in den Wettbewerb", kommentiert Geis den ersten Sprung, der mit viel Platz über der Stange erfolgt. Im Vier-Zentimeter Rhythmus geht es höher. Mit jeder neuen Höhe steigt die Spannung beim mittlerweile reichlich erschienenen Publikum. "Wenn meine Schwester Marie springt, bange ich mit, ob sie die jeweilige Höhe schafft", meint Hannah Küppers, die jeden Anlauf und Absprung genau beobachtet.

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Schließlich liegt die Stange bei 1,62 Meter und die drei männlichen Teilnehmer steigen ein. Die ersten Nachwuchsspringerinnen sind dagegen bereits ausgeschieden. Trainer und Trainerinnen stehen am Rand, freuen sich, wenn ein Sprung gelingt, loben, geben Tipps, wenn die Latte beim ersten Versuch fällt und muntern immer wieder auf. "Komm, ein bisschen Arbeit muss noch sein", spornt so LG Viersen Trainerin Inge Orta die Mehrfachgewinnerin Alina an. Doch hier macht sich die lange Verletzungspause doch noch bemerkbar. Bei 1,62 Meter ist für die 18-Jährige diesmal Schluss. Dennoch strahlen sie und ihre Trainerin. Dafür, dass Alina erst wieder seit April trainiert, ist es eine hervorragende Leistung.

Jennifer Laschet vom ASV Köln siegt letztendlich bei den Nachwuchsspringerinnen, aber ganz zufrieden ist sie auch nicht. Sie hätte gerne ihre persönliche Bestleistung von 1,70 Meter getoppt. Doch die 1,71 Meter gelingen ihr auch nicht im dritten Versuch. Während die Nachwuchsspringer weiter kämpfen geht ab und zu ein Raunen durchs Publikum. Die Besucher machen sich gegenseitig auf die Profi-Springer aufmerksam die eintrudeln und mit dem Aufwärmen beginnen.

War die Stimmung bei den jungen Sportlern noch relativ locker, so steigt sie merklich, als die zwölf Herren an den Start gehen. Höhen von über zwei Meter lassen die Besucher den Atem anhalten und begeistert applaudieren, wenn die Stange liegen bleibt. Das Viersener Meeting ist wie immer ein Highlight.

(tref)