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Viersen: Bier und Regen flossen

Viersen : Bier und Regen flossen

Die Dülkener Bierbörse am Wochenende wurde zu einem feuchten Vergnügen mit kleinen Hindernissen. Schon beim obligatorischen Fassanschlag durch Vize-Bürgermeister Ozan Atakani lief nicht alles nach Wunsch.

"Das habe ich noch nie gemacht. Ich bin doch erst 40!" Ratlos schaut Ozan Atakani auf den Gummihammer, mit dem er das Fass Uerige anschlagen soll und auch nach rund 50 etwas zaghaften Schlägen noch immer den Hahn in der Hand hält. Doch dann nimmt sich Viersens Vize-Bürgermeister ein Herz: Drei starke Schläge und die Umstehenden klatschen Beifall. Das Fass hat die Gegenwehr aufgegeben und Atakani schenkt die Gläser voll, mit denen alle auf ein gutes Gelingen der diesjährigen Bierbörse anstoßen.

Noch nie war an einem Freitag so viel los auf dem Alten Markt. Darüber freute sich besonders Janica Johnen, deren Veranstaltungsagentur gemeinsam mit dem Viersener Citymanagement und dem Werbering Viersen aktiv auch diese 6. Bierbörse organisiert hat. Waren es zu Beginn nur die Jugendlichen, die – endlich Ferien! – Bierflaschen schwingend über den Platz zogen, füllte sich dieser bald mit vielen fröhlichen Menschen, die in der prallen Sonne standen und schwatzten, lachten und sich den vielen Biergenüssen hingaben.

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Rund 250 Biersorten waren diesmal im Angebot vom "Fritz-Walter-Bier" über Pils, Alt und Weizen aus Polen, Tschechien und deutschen Klöstern, aber auch viele andere Getränke wie Ritterfurz und Jungfernglut oder Sarazenenblut: Das Mittelalter ließ grüßen. Auch der Mundschenk war fleißig und holte sich die umstehenden jungen Männer heran. Nicht um mit ihnen zu trinken: Sie sollten den "Lukas" hauen und mit der kleinen Kugel die hoch oben hängende Glocke anschlagen. Das helle Klingen scholl immer wieder über den Platz und untermalte die flotten Rhythmen, mit denen "Muckefuck" die Gäste unterhielt. Doch wie heißt es bei Schiller: Mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten!

Die gerade noch strahlende Sonne versteckte sich, dunkle Wolken zogen über Dülken und ein heftiger Schauer ließ die Gäste unter die großen Schirme der Brauereien flüchten. Der Regen dauerte aber nicht lange, so stand einem fröhlichen Umtrunk bis Mitternacht nichts im Wege. Ein trockener und heißer Samstag ließ die Herzen der Bierwirte höher schlagen, Dülken wurde wieder zu einem riesigen Biergarten bis – ja, bis am Sonntag der Wetterbericht leider Recht behielt: Es war wechselhaft, immer wieder Regenschauer, ungemütlich eben und kein Genuss.

(flo)