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Stadt Viersen peilt massiven Kita-Ausbau an

Viersen : Stadt Viersen peilt massiven Kita-Ausbau an

Der Stadt Viersen fehlen Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Die gesteckte Zielmarke – 35 Prozent betreute U3-Kinder – wird in Viersen verfehlt. Mit ein Grund: „Seit dem Jahr 2015 sind die Kinderzahlen mit Ausnahme des letzten Altersjahrgangs stetig nach oben gegangen“, sagt der Sozialdezernent der Stadt, Paul Schrömbges.

Er hat für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Montagabend, 18. Juni (18 Uhr, Forum am Rathausmarkt), eine Perspektivplanung zum Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder im Kindergartenalter vorgelegt.

Schrömbges weiß: „Ab dem Erreichen des zweiten Lebensjahres wünschen viele Eltern, unabhängig von der Ausübung einer Berufstätigkeit, eine Betreuung für ihr Kind, um die sozialen Kontakte ihres Kindes zu stärken.“ Die Verwaltung gehe davon aus, dass ein Betreuungsbeginn ab dem zweiten Lebensjahr immer mehr der Regelfall werden wird.

Seine Perspektivplanung enthält deshalb zwei Szenarien. In Szenario eins wird davon ausgegangen, dass für 50 Prozent der ein- bis zweijährigen und 80 Prozent der zwei- bis dreijährigen Kinder ein Platzangebot erforderlich ist. Zusätzlich wird eine kleinere Zahl von Plätzen vorgesehen für Eltern, die vor dem ersten Geburtstag eine Betreuung für ihr Kind wünschen. Bislang kann die Stadt das nach einer aktuellen Richtlinie ablehnen. Sozialdezernent Schrömbges regt an, diese Sonderregelung ersatzlos zu streichen. Sie betreffe nur wenige Einzelfälle, stellt der Sozialdezernent heraus: „Demgegenüber steht die Situation der Familien, bei denen ohne entsprechendes Angebot häufig der Verlust des Arbeitsplatzes droht.“

Szenario eins bedeutet ein Plus gegenüber dem Angebot für das Kindergartenjahr 2018/19 von 24 Plätzen im Bereich der Kindertagespflege (aktuell: 207) und von 254 Plätzen in den Kindertageseinrichtungen (aktuell: 457). Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass sieben zusätzliche Kitas gebaut und mehr als 90 zusätzliche pädagogische Kräfte eingestellt werden müssen. Schrömbges weiß: „Angesichts des aktuell bereits bestehenden Fachkräftemangels wird die Gewinnung von Personal in dieser Größenordnung eine Herausforderung.“

Und die Kosten? Für eine fünfgruppige neue Kindertageseinrichtung geht die Verwaltung von einem Investitionsbedarf für Erstausstattung und Gestaltung des Außengeländes von 330.000 Euro pro Kita aus. Schrömbges erklärt dazu: „Inwieweit hierfür Fördermittel oder Gelder des Landes angerufen werden können, ist unklar.“ Bis zum Kita-Jahr 2023/24 würden die 35 neuen Gruppen insgesamt 1,7 Millionen Euro Investitionskosten erfordern. Hinzu kommen die Betriebskosten von insgesamt rund 11,6 Millionen Euro bis 2023/24. Ab dann würden jährlich 4,1 Millionen Euro anfallen.

Szenario zwei dürfte deutlich teurer werden. Es sieht vor, dass für alle ein- bis dreijährigen Kinder ein Betreuungsplatz erforderlich ist. Das würde mehr als 210 Neueinstellungen im Bereich des pädagogischen Personals erfordern und den Bau von 16 neuen Kindertagesstätten.

(mrö)