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Schwalmtal: CDU zur Bibliothek: unhaltbare Vorwürfe

Schwalmtal : CDU zur Bibliothek: unhaltbare Vorwürfe

Die CDU Schwalmtal reagierte "mit großer Betroffenheit" auf die Kündigung der Bibliothekarin. "Wir haben sie bei den wenigen persönlichen Treffen als sehr engagiert und kompetent wahrgenommen", sagte Fraktionsvorsitzender Lothar Höckendorf. "Sie hätte sich auf unsere volle Unterstützung verlassen können. Wir wollen hier über ihre Gründe nicht weiter spekulieren, dazu fehlen uns auch hinreichende Informationen. Was allerdings die Grünen daraus machen, kann nicht unwidersprochen bleiben."

Es sei eine Dreistigkeit zu unterstellen, die CDU wolle insgeheim nur eine Bücherstube, und damit "unausgesprochen zu suggerieren, es habe an uns und dem Bürgermeister gelegen, die der Bibliothekarin so viele Steine in den Weg rollten, dass sie schließlich das Handtuch warf". Höckendorf: "Das ist kompletter Blödsinn und Polemik auf billigstem Niveau."

Kooperation mit Elmpt richtig

Die Grünen hätten behauptet, "Umbauarbeiten wurden verzögert". Doch sie müssten wissen, dass Firmen Termine schon mal nicht einhalten und Zeitpläne ins Rutschen bringen. "Welch ein Stil, dahinter gleich eine politische Intrige zu wittern!" Natürlich sei die Entscheidung richtig, in Kooperation mit Niederkrüchten eine eigenständige Bücherei aufzubauen. "Sind die Grünen wirklich so naiv zu glauben, die Stadt Viersen würde eine Nebenstelle in Waldniel hochmodern aufbauen und die nach Meinung von Herrn Böttcher veralteten 10 000 Medien, die uns der Kreis überlässt, in die blaue Tonne werfen?" Da mache es mehr Sinn, die Bücherei in eigener Regie zu führen und die Regie nicht anderen zu überlassen. Eine Vernetzung mit anderen großen Büchereien schließe das doch nicht aus und wird angestrebt, das habe die CDU mehrfach betont. Ob der zur Zeit vorhandene Bestand wirklich so schlecht ist wie behauptet, dürfe bezweifelt werden.

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Was die CDU besonders betroffen gemacht habe, sei die öffentliche Herabwürdigung der Ehrenamtler: "Fast 40 Frauen und Männer haben sich gemeldet und sind bereit, ihre Fähigkeiten und ihr Engagement einzubringen. Aber selbst unter Anleitung einer Fachkraft trauen die Grünen ihnen allenfalls zu, eine Bücherstube, nicht aber eine Bibliothek aufzubauen. Hat man vergessen, welch großartige Leistungen täglich Ehrenamtler für ihre Gemeinde erbringen, die von bezahlten ,Profis' kaum besser erbracht werden könnten?"

Start nur verzögert

Der Versuch, einen Keil zwischen das gute Einvernehmen der beiden Bürgermeister Reinhold Schulz und Herbert Wintzen zu treiben ("Schulz zum Bittsteller in Niederkrüchten degradiert"), werde genauso scheitern wie der Versuch, die Bücherei am Markt madig zu machen. Lothar Höckendorf stellte klar: "Sie ist nicht in weite Ferne gerückt, ihr Start wird sich lediglich etwas verzögern."

(RP)