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Viersen: Hauptschule Süd schließt

Viersen : Hauptschule Süd schließt

Geht es nach dem Willen der Verwaltung, hat Alt-Viersen ab dem 1. September keine Hauptschule mehr. Der Schule fehlt es an Schülern und Lehrern. Der Rat muss noch entscheiden. Doch die Sache scheint so gut wie durch.

Die Hauptschule Viersen-Süd macht zum 30. August dicht. Das ist der Willen von Schulaufsicht und Stadtverwaltung. Heute werden deshalb die Eltern der Schüler zu einer Schulkonferenz eingeladen. Diese könnte sich gegen die Schließung wehren, sie aber nicht aufhalten. Den letztendlichen Beschluss muss zwar noch der Stadtrat fassen. Doch die verantwortlichen Schulpolitiker der Fraktionen scheinen der Schließung zustimmen zu wollen.

Kein Physikunterricht mehr

Die Hauptschule hat stark mit sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen. In der fünften Klasse sitzen 31 Schüler, in Klasse sechs 32. Mit dieser Anzahl hat die Schule zwei Klassen gebildet, obwohl sie das gar nicht hätte tun dürfen. Denn laut Landesvorschrift müssen mindestens 18 Schüler in einer Klasse sitzen. Da eine Schule immer nur einen Lehrer pro 24 Schüler zugewiesen bekommt, herrscht großer Lehrermangel. Davon weiß auch Schulausschussvorsitzender Frank-Peter Jürgen (SPD). "In der Schule kann jetzt schon kein Physik-Unterricht mehr erteilt werden, weil der Fachlehrer nach Hessen gezogen ist", sagt er. Hinzu kommt, dass drei Lehrerstellen an der Schule nicht besetzt sind.

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Momentan besuchen lediglich 30 Schüler die Klasse 9 der Viersener Hauptschule. Im kommenden Schuljahr müssten die Jungen und Mädchen nach Leistungsstärke differenziert werden. Die einen strebten dann den Abschluss 10a, die anderen den Abschluss 10b an. Doch für diese Differenzierung sind es zu wenige Schüler. Die Hauptschule hat außerdem weder Rektor noch Konrektor, auch die Stelle des Hausmeisters müsste neu besetzt werden. Die kommissarische Leitung hat zurzeit Ulrich Vriens, Rektor der Süchtelner Hauptschule.

Nach der Schließung sollen die 238 Schüler auf eben diese Süchtelner und auf die Dülkener Ostschule verteilt werden. Dezernent Dr. Paul Schrömbges sieht in diesen beiden Schulen "ein komplettes Hauptschulangebot, das auch durchhaltbar und förderbar ist".

In Alt-Viersen gibt es dann ab dem 1. September keine Hauptschule mehr. Dezernent Schrömbges zufolge ist das zumutbar. "Die Schüler anderer weiterführender Schulen müssen auch jeden Morgen mit dem Bus fahren", sagt er.

Es wäre auch möglich, die Schule nicht mit einem Schlag zu schließen, sondern auslaufen zu lassen. Doch das hält der Schulausschussvorsitzende Frank-Peter Jürgen für unklug. Nach und nach könnten immer weniger Fächer unterrichtet werden. Und die Motivation der Schüler sänke auf Null, sagt er. "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende." FRAGE DES TAGES

(RP)