Viersen: 125 Autos fahren bei 30. Oldtimer-Rallye mit

Viersen : 125 Autos fahren bei 30. Oldtimer-Rallye mit

Nach dem Start auf dem Remigiusplatz in Viersen kamen die alten Schätze nach 110 Kilometern in Dülken am Kesselsturm an

Tolles Wetter begleitete die 30. Viersener Oldtimer-Rallye. 125 Autos und sechs Motorräder fuhren mit. Insgesamt 300 Fahrer und Begleitpersonen waren dabei. Tauchten die alten Fahrzeuge irgendwo auf der Strecke Anrath-Krefeld oder über Kempen nach Grefrath in Süchteln auf, so erhielten die Schnauferles bewundernde Blicke.

Hermann Winkels aus Nettetal kam mit seinem Mercedes-Benz 170 DS. Gebaut wurde der Wagen 1953, er hat 38 PS. Foto: Knappe Jörg

Nach dem Start am Morgen auf dem Remigiusplatz in Viersen, kamen die alten Schätze nach 110 Kilometern in zwei Etappen wieder in Dülken am Kesselsturm an - nach einer Mittagspause auf der Krefelder Galopprennbahn. Viele Besucher saßen in den Dülkener Straßencafés am Alten Markt, zogen an den Oldtimern vorbei, bestaunten sie und kamen mit den Fahrern ins Gespräch. Bei manchen durften sie sich auch ins Auto setzen. "Die alten Autos passen zum Flair am Alten Markt", sagte die Dülkener Ortsbürgermeisterin Simone Gartz (CDU).

Edward Summers aus Tönisvorst mit seinem Rolls-Royce P1 von 1927. Foto: Knappe Jörg

Edward Summers fuhr einen Rolls-Royce Phantom 1 von 1927. "Das Geld dafür hatte ich von meinem Vater geerbt. Eigentlich wollte ich einen Bentley haben, aber da reichte mein Anteil am Erbe nicht für aus", sagte er und schmunzelte. "Zwischen 1924 und 1929 wurden von meinem Fahrzeug neun gebaut", erzählte der 69-Jährige. "Mein Auto ist das einzige, das noch existiert." Er steuerte das drei Tonnen schwere mint-grüne Fahrzeug mit offenem Verdeck über den Oldimer-Rallye-Kurs. "Es war warm, aber eine schöne Fahrt bis nach Dülken. Manche Kurve war zu eng für meine Kutsche, bei einem Radius von 60 bis 70 Metern, musste ich dann vor- und rückwärts rangieren", sagte er. Knallrot war der MG A Cabrio Roadster (80 PS, 160 Stundenkilometer, Baujahr 1960), den der Viersener Christoph Hölters (52) fuhr - mit seiner Tochter Luci (17) an seiner Seite. "Ich bin seit der sechsten Auflage dieser Rallye dabei." Anfangs fuhr sein Vater Klaus mit, später sein Sohn Luca (19). "Ich bin aber auch immer gefahren", sagte er. "Ich lernte hierbei Straßen kennen, die ich bisher noch nie gesehen und gefahren war."

Helmut Lindt aus Dülken mit seiner Tornax V175 (1952). Foto: Knappe Jörg

Rot war auch der BWW 30 Bauer TC Top-Cabrio von 1986. Da gehörten der Viersener Heino Gehlen und sein Sohn Peter (20) zu. Sie fahren bei der Rallye seit sieben Jahren mit. "Das Fahrzeug habe ich für 400 Euro gekauft. Das war ein völliges Wrack. Ich ließ es auf den Urzustand zurückbauen", erzählte Heino Gehlen. Vater und Sohn sind fasziniert von der Begeisterung, die von dieser Tour mit alten Autos ausgeht. "Es ist das besondere Erlebnis, unter Freunden zu sein, die alle dasselbe Hobby und die dieselben Interessen teilen", meinte der 62-Jährige. Letztes Jahr belegten sie in ihrer Klasse den zweiten Platz. "Es ist dieses Mal nicht so gut für uns gelaufen. Wir hatten mit der Foto-Aufgabe unsere Probleme, die Örtlichkeiten richtig einzuordnen", sagte er.

Durch die Zeichen und kniffeligen Aufgaben kam am besten der Bochumer Merlin Kremer mit dem Mercedes MB 220 D 1972 mit null Punkten durch. Er machte also keine Fehler. Er bekam den fast einen Meter großen Siegerpokal. Moderator Hans-Willi Pertenbreiter stellte bei der Siegerehrung der besten Drei in fünf Autoklassen fest: "Die Mercedes-Fahrer scheinen am besten mit der Rallye klargekommen zu sein."

(off)
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