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Sportlerwahl: Faustballer Hartmut Maus ist einer der drei Kandidaten als Trainer der Saison.

Sportlerwahl : Faustballer Hartmut Maus ist einer der drei Kandidaten als Trainer der Saison.

Wer Hartmut Maus kennt, weiß, dass er immer auf Achse ist. Unter der Woche arbeitet der Diplom-Sportlehrer an der Friedrich-Albert-Lange-Schule sowie beim Ohligser TV, um vor allem den Nachwuchs im Leichtathletik- und Faustballbereich zu fördern. Dazu ist der 53-Jährige als Faustball-Nationaltrainer der U18- und U21-Mannschaft gemeinsam mit Roland Schubert aktiv. An Wochenenden begleitet er seine Mannschaften und von ihm betreute Leichtathleten, wie zum Beispiel Katrin Gewinner, zu Wettkämpfen und hat darüber hinaus noch Luft, um als freiberuflicher Journalist zu arbeiten. Nein, viel Zeit abseits des Sports hat Hartmut Maus nicht. Aber er mag es. "Wenn das Feuer nicht mehr lodert, höre ich auf", meint der Vater zweier Töchter.

Wären es nur die Erfolge, nach denen Hartmut Maus strebt, er hätte sein Leben wohl schon längst stressfreier gestaltet. Zum neunten Mal in Folge ist gerade die U21-Nationalmannschaft Faustball-Europameister geworden – für den achten Titel vor einem Jahr in Ludwigshafen ist der Solinger im Übrigen formell als Trainer der Saison nominiert. Das U18-Team hat drei Weltmeisterschaften gewonnen – in Chile, Namibia und Spanien. Zuletzt ist die Truppe Dritter in Kolumbien geworden. "Wie oft die U18 unter meiner Leitung Europameister geworden ist, kann ich gerade gar nicht sagen." Maus trainierte das Team von 1987 bis 1992 und nun wieder seit 2005. Im Faustball-Bereich hat der Trainer also eigentlich alles erreicht. Nur die deutsche Männer-Nationalmannschaft hat er noch nicht betreut. "Und eigentlich fehlt mir dazu auch die Ambition", erklärt Maus. "Ich kann unten für viel mehr Bewegung sorgen." Seinen unstillbaren Ehrgeiz bezieht der Coach darin, junge Sportler auf den Weg zu bringen.

Als das deutsche Nationalteam 2011 in Österreich vor 8500 Zuschauern den Titel gegen die Gastgeber gewonnen hat, verspürte Hartmut Maus Stolz: "Viele der Spieler, die dort auf dem Feld standen, sind durch Rolands und meine Hände gegangen. Das macht es für mich aus". Deshalb geht er auch nicht davon aus, dass er das Männerteam noch irgendwann übernehmen wird. Gefragt worden ist er schon das eine oder andere Mal. Bei allem Respekt, den Hartmut Maus in der Faustball-Szene genießt, gehört trotzdem eine große Portion Idealismus dazu. Reich wird wohl niemand mit der Nischensportart. "Das Schöne ist, dass ich durch den Faustball die ganze Welt gesehen habe."

Trotzdem ist Maus auch lokal aktiv. Die von ihm trainierte Leichtathletin Annalena Knors schaffte es sogar zu den Paralympischen Spielen in Athen und Peking. Im Faustball spielen beim Ohligser TV inzwischen Männer und Frauen in der Zweiten Liga. "Und wir haben mit Johannes und Christoph Groß jetzt auch Spieler im U18- und U21-Nationalteam." Die durfte der Solinger in Personalunion freilich selbst nominieren. "Aber da achten wir schon sehr genau drauf, dass es nicht zu Diskussionen kommen kann. In Roland Schuberts und meinem Verein müssen die Spieler dadurch vielleicht sogar noch etwas besser sein." Den Berliner Schubert kennt Maus im Übrigen aus seiner aktiven Zeit als Faustballer. "Uns verbindet eine langjährige Freundschaft", sagt der Coach. An ein Aufhören ist in diesem harmonischen Umfeld deshalb wohl kaum zu denken.

(trd)