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Fußball: Elf Neue für die Union

Fußball : Elf Neue für die Union

Andreas Billetter weiß nicht, ob Union Solingen der Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga gelingen wird. Aber der neue Trainer hat alles daran gesetzt, dem Solinger Traditionsverein sportlich wieder auf die Beine zu helfen.

Es sieht wahrlich nicht gut für Union Solingen in der Fußball-Bezirksliga aus. Mit sieben Punkten ist die Mannschaft von Andreas Billetter Tabellenletzter. Elf Zähler ist die Distanz auf einen Nicht-Abstiegsplatz. "Machen wir uns nichts vor", sagt der neue Union-Coach. "Selbst wenn wir von den 14 verbleibenden Spielen acht gewinnen, können wir trotzdem noch absteigen." Billetter geht daher nicht von einem Verbleib in der Bezirksliga aus – auch wenn es natürlich das ultimative sportliche Ziel des angeschlagenen Vereins ist.

Um die kleine Chance zu wahren, ist Andreas Billetter tätig geworden. Der Coach hat seine Kontakte aus früheren Engagements im Nachwuchsbereich genutzt und gleich elf Neuzugänge nach Ohligs gelockt. Namhafte Spieler sind zwar nicht dabei, doch Billetter hält auf einige Akteure große Stücke. Zum Beispiel auf René Backschat, der sogar schon in der Landesliga-Mannschaft bei TuSpo Richrath aktiv war. Oder Torhüter Kevin Nürrenberg von TuRu Düsseldorf sowie den 1,95 Meter großen Verteidiger Kai Lehmann, der in Leverkusen Junioren-Bundesliga gespielt hat. "Wichtig war uns aber, dass die Spieler im Zweifel auch den Gang in die Kreisliga A mitmachen", erläutert der Trainer. "Wir wollen perspektivisch arbeiten."

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Das ist bei der Union natürlich besonders schwer. Aufgrund der Insolvenz-Situation ist der Spielbetrieb in der kommenden Saison noch nicht gesichert. "Wie es genau weiter geht, kann noch niemand sagen", meint Andreas Billetter. "Ziel ist es, die weiteren Folgen der Insolvenz bis März zu klären. Letztlich ist der Verein darauf angewiesen, dass die Gläubiger mitspielen, indem sie gewisse finanzielle Einbußen akzeptieren." Billetter lässt sich von den Vorgängen hinter den Kulissen aber nicht irritieren. "Zunächst einmal möchte ich den Verein nach außen besser repräsentieren. Das heißt, ich möchte regelmäßig mit komplettem Kader antreten. Wenn wir dann die Klasse nicht halten, ist es kein Weltuntergang."

Sportlich sind die Zeichen also durchaus positiv zu deuten. Auch der Verbleib von Torjäger Davide Mangia stimmt optimistisch. "Ich wollte dem Jungen keine Steine in den Weg legen, indem ich ihn zum Bleiben überrede", erklärt der Trainer. "Aber Davide hat gemerkt, dass bei uns etwas passiert, und hat sich deshalb dazu entschlossen." Andreas Billetter betont im Übrigen, dass es nicht nur darum gegangen sei, den Kader zu vergrößern. "Wir wollten den Kader nicht sinnlos aufblähen, sondern haben auch auf die Qualität geachtet." Ob es bei den elf Neuen bleibt, ist noch offen. "An ein oder zwei Leuten sind wir noch dran. Das war es dann aber auch."

(trd)