1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen
  4. Sport

Sportschießen: Wie eine große Familie

Sportschießen : Wie eine große Familie

Es klingt nach Chaos. Acht Mannschaften mit je drei Bogenschützen schießen in 28 Matches gegeneinander. Doch der vom SSC 95/98 ausgerichtete Regionalliga-Spieltag läuft wie am Fließband und endet für die Solinger erfolgreich.

Die Atmosphäre in der Sporthalle am Kannenhof ist entspannt. Musik untermalt den dritten Spieltag in der Regionalliga der Bogenschützen. Die Pfeile zischen in kurzen Abständen Richtung Scheibe, während interessierte Zuschauer teilweise sogar mit Ferngläsern die Treffsicherheit ihrer Lieblingsschützen überprüfen.

Langatmig ist die Veranstaltung tatsächlich nicht. Während eines zweiminütigen Durchgangs müssen die drei Schützen jeder Mannschaft mit ihren Recurvebögen insgesamt sechs Pfeile abgeben. Das sorgt für Dynamik. "Und es macht das Schießen in der Liga aus", meint Sabine Gahlow, die Mannschaftsführerin des gastgebenden Solinger SC 95/98. "Normalerweise hat ja ein Schütze für seine Pfeile alleine zwei Minuten Zeit."

So jedoch stehen alle unter einem gewissen Zeitdruck. Die Taktiken der Mannschaften sind vielseitig. "Oft lässt man seinen Stress resistentesten Schützen zuletzt schießen", erklärt Sabine Gahlow. "Wir machen es diesmal anders und lassen mit Michael Schröder unseren vermeintlich langsamsten am Ende ran." Schröder hat somit die Möglichkeit, die verbleibende Zeit komplett auszukosten, anstatt am Anfang in Hektik zu geraten, um den anderen nicht zu viel Zeit zu stehlen.

  • Lokalsport : Bogenschießen: SSC 95/98 festigt den dritten Platz
  • Der siebenfache Torschütze Lukas Stutzke sprühte
    Handball-Bundesliga : Bergischer HC mit Tabellenführer auf Augenhöhe
  • Tom Kare Nikolaisen zeigte nicht nur
    Handball-Bundesliga : Bergischer HC in Gala-Form

Eine Taktik, die vor allem am Ende gut aufging. Nachdem der SSC 95/98 die ersten Partien gegen den BSC Oberhausen und den Kölner Klub für Bogensport verloren hatte, wechselte Sabine Gahlow ihren Ehemann Thorsten für Christoph Speckkamp als zweiten Schützen ein. "Es kommt bei uns immer auf die Tagesform an", sagt die Mannschaftsführerin, die als Entscheidungsträgerin selbst nur selten in der Regionalliga schießt.

Seltenes Unentschieden

Aus den verbleibenden fünf Duellen holten die Solinger drei Siege und ein im Bogenschießen seltenes Unentschieden. Gegen die RSG Düren war der Club nach drei Durchgängen drei Ringe hinten, holte aber mit tollen Schüssen von Dirk Rosenberg auf, um mit 220 Ringen exakt gleichwertig zu sein. Siege holten die Solinger gegen Iserlohn, Neu-Isenburg und Rheydt. Mit der Ausbeute durfte die Mannschaft zufrieden sein. "Nach dem Aufstieg geht es für uns ohnehin nur um den Klassenerhalt", sagt Sabine Gahlow. Dem ist die Truppe ein Stück näher gerückt. Die sieben Tabellenpunkte reichen, um den Sprung vom siebten auf den sechsten Platz zu machen.

Den wollen Gahlow und Co. nun auch in gut einem Monat beim letzten Liga-Spieltag in Iserlohn behalten. Der Siebte und Achte steigt schließlich wieder ab. Gewöhnt haben sich die Solinger schon jetzt an die Regionalliga. "Eigentlich sind wir Bogenschützen wie eine große Familie", meint Gahlow. "Wir treffen immer wieder die gleichen Leute. Und einen richtigen Stinkstiefel habe ich in all meinen Jahren Erfahrung noch nicht kennengelernt."

Es sei das Schöne an dem Sport, dass niemand einem anderen seinen Erfolg missgönne. So kommt es auch fast nie zu Diskussionen. Eine Schiedsrichterin war zwar in der Halle, um im Streitfall zu entscheiden, doch die gegenseitige Kontrolle beim Aufschreiben der Ringe funktionierte auch beim Spieltag in Solingen hervorragend.

(trd)