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Fußball: Ein Kapitän setzt sich durch

Fußball : Ein Kapitän setzt sich durch

Um Daniel Redmer schien sich in den vergangenen Monaten beim Sportring Höhscheid/Widdert fast alles zu drehen. Trainer Björn Scheffels stellte seinen Kapitän frei und hoffte mit der Aktion wohl langfristig ein Zeichen zu setzen. Der Schuss ging aber nach hinten los.

Als der Machtkampf beim Fußball-Bezirksligisten Sportring Höhscheid/Widdert zu eskalieren drohte, stellte Trainer Björn Scheffels seinen Kapitän Daniel Redmer frei — und hoffte damit langfristig ein Zeichen zu setzen. Doch dieser als Befreiung gedachte Schuss ging nach hinten los. Drei Wochen später übernahmen Uwe Rütjes und André Wielpütz den Posten von Scheffels und reinstallierten Daniel Redmer beim Solinger Fußball-Bezirksligisten.

Im Gespräch mit der Morgenpost verwahrt sich Redmer gegen Vorwürfe, Rädelsführer bei den internen Auseinandersetzungen zwischen Mannschaft und ihrem Ex-Trainer gewesen zu sein. Bereits als Björn Scheffels im vergangenen Winter als neuer Trainer des Sportring Höhscheid/Widdert festgestanden hatte, hieß es, dass der Coach sich mit Redmer nicht verstehe. "Die Geschichte ist einige Jahre her", erläutert Daniel Redmer. "Als ich schon in Höhscheid war und Björn Scheffels mit dem BSC Aufderhöhe meinen alten Verein trainierte, sind mir einige Dinge zu Ohren gekommen, die er über mich erzählt haben soll." Der Stürmer hatte sich deshalb vorgenommen, mit Scheffels zu sprechen. "Und dabei sind wir dann leicht aneinander geraten." Die damaligen Probleme seien jedoch während des vergangenen Jahres beim Sportring gemeinsam ausgeräumt worden.

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Trotzdem lief die Zusammenarbeit in Höhscheid sportlich nicht optimal. "Wir waren oft unterschiedlicher Meinung", sagt Redmer. "Das Problem hatte aber nicht speziell ich, sondern ein Großteil der Mannschaft." Als Kapitän ist Daniel Redmer natürlich der erste Ansprechpartner für seine Mitspieler. "Die Beschwerden häuften sich eben. Zum Beispiel, dass Leute spielten, die drei Wochen im Urlaub oder nicht beim Training waren." Letztlich sei die Stimmung immer schlechter geworden. "Ich stand als Kapitän in der Pflicht, was mir so ausgelegt wurde, dass ich Rädelsführer gewesen wäre."

Turbulent wurde es nach der 2:4-Niederlage bei der SG Vatanspor. "Da sind wir in der Kabine gefragt worden, wer nicht mehr unter Björn Scheffels weitermachen wolle. In seiner Anwesenheit gingen sieben Hände hoch - darunter auch meine", sagt Redmer. Drei Tage später stellte der Trainer den Leistungsträger frei. Scheffels wusste, dass Unruhe aufkommen würde. "Die Reaktionen aus der Mannschaft waren eindeutig", sagt Redmer. "Ich weiss, dass sich einige im Winter abgemeldet hätten. Fast alle wollten Uwe Rütjes und André Wielpütz als Trainergespann zurück." Die Auseinandersetzung, die wie ein Machtkampf anmutet, gewann schließlich die Mannschaft. Scheffels zog sich drei Wochen später als Trainer zurück — aus privaten Gründen.

Daniel Redmer kehrte als Kapitän in das Team zurück und erzielte im ersten Spiel unter Rütes' Leitung einen Treffer beim 2:1-Erfolg gegen den BV Gräfrath. Der Sportring ist genau da, wo er vor einem Jahr gewesen ist. Mit Ambitionen nach oben im Bezirksliga-Mittelfeld. Björn Scheffels wird bestimmt auch wieder bei einem Verein auftauchen. Sogar Redmer attestiert dem Coach ein hervorragendes Training bei der Saisonvorbereitung — und das, obwohl der Stürmer jetzt wirklich nicht mehr gut auf ihn zu sprechen ist.

(trd)