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Bergischer HC: Blut hatte Nippes schon vorher geleckt

Bergischer HC : Blut hatte Nippes schon vorher geleckt

Gegen Norwegen kam der 26-Jährige zu seinem ersten offiziellen Einsatz beim deutschen Handball-Nationalteam. Für die WM-Qualifikationsspiele gegen Polen wurde der Linkshänder erwartungsgemäß nicht mehr nominiert.

Es war eine tolle Erfahrung für Kristian Nippes. Nicht unbedingt das Trainingslager, das der Rückraumspieler des Bergischen HC mit der Handball-Nationalmannschaft absolviert hat, sondern viel mehr der Einsatz bei der Generalprobe der Truppe vor den WM-Qualifikationsspielen gegen Polen. In Wetzlar feierte der einstige Kapitän des Junioren-Nationalteams gegen Norwegen seine Premiere in der Mannschaft von Trainer Martin Heuberger. "Ein echtes Highlight", meint Nippes.

Dabei ging es weniger um das eine Tor, das der Linkshänder erzielen konnte, als die Tatsache, überhaupt dabei zu sein und 20 Minuten auf dem Feld stehen zu dürfen. "Dass ich nach der Begegnung aus dem Kader gestrichen wurde, hatte ich vorher schon gewusst", erläutert Kristian Nippes. Heuberger musste seinen Kader von 28 auf 18 Spieler reduzieren. So war es keine Überraschung, dass Holger Glandorf und Steffen Weinhold von Champions League-Sieger SG Flensburg-Handewitt im rechten Rückraum den Vorzug erhalten würden. "Es war dennoch eine tolle Erfahrung."

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Ob Kristian Nippes nun eine Zukunft in der Mannschaft hat, ist völlig offen. "Ein solches Gespräch hat der Nationaltrainer nicht mit mir geführt", sagt der Solinger. "Aber das ist auch nicht üblich. Man qualifiziert sich über die Leistungen in der Liga." Martin Heuberger hat Nippes nur eine Sache mit auf den Weg gegeben. "Es war ein kleiner Rüffel", gibt der 26-Jährige zu. Bei einem Abschluss mit einem Heber war er nicht erfolgreich gewesen. "Sinngemäß hat mir der Bundestrainer gesagt: Wenn ich mit einem Heber abschließe, sollte dieser auch sitzen."

Überbewerten möchte Nippes auch seine solide Spielzeit von 20 Minuten nicht. "Holger Glandorf und Steffen Weinhold hatten zwei Tage vorher die Champions League gewonnen", erklärt der Rückraumspieler. "Sie waren bestimmt froh, jeweils ein paar Minuten weniger auf der Platte stehen zu müssen." Ob er nun Blut geleckt hat ? "Das hatte ich schon vorher. Es ist doch der Traum eines jeden Handballers, sein Land zu repräsentieren." Nur zu gerne würde der Solinger eine weitere Chance bekommen.

Doch jetzt freut sich Kristian Nippes zunächst auf seinen Urlaub. Die Mannschaftstour mit dem Bergischen HC hat er durch seinen Ausflug ins Nationalteam verpasst. "Was ich natürlich nicht bereue, obwohl es schade ist, dass ich nicht mit den Jungs auf Tour konnte", stellt er klar. Wo es jetzt hingeht, ist noch unklar. "Wir wollten an dem Tag buchen, als plötzlich die Einladung kam. Jetzt schauen wir mal, was wir bekommen." Am 7. Juli steigt der Bergischen HC wieder ins Training ein. Ganz frei haben die Handballer trotzdem nicht. "Wir haben alle unser individuelles Trainingsprogramm bekommen." Das gedenkt Nippes auch konsequent zu erfüllen. "Wenn man schludert, hat man es in den ersten Wochen der Vorbereitung nur schwerer. Das möchte ich mir dann doch ersparen", sagt der Handballer und lacht.

(trd)