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Bergischer HC: Das Ergebnis war nur eine kleine Randnotiz

Bergischer HC : Das Ergebnis war nur eine kleine Randnotiz

Die 25:29-Niederlage gegen den TuS N-Lübbecke änderte nichts an der guten Stimmung im letzten Heimspiel des Bergischen HC.

Es wurde ruhig auf den Rängen der Klingenhalle, als Jens Scheffler ansetzte, um nach Richard Wöss, Emil Berggren, Stanko Sabljic und Duje Miljak auch den letzten Spieler zu verabschieden, der künftig nicht mehr für den Bergischen HC auflaufen wird. Der Hallensprecher jedoch rang nur nach Worten: "Damals vor 13 Jahren schon stockte die Stimme. Und jetzt auch." Gänsehaut-Atmosphäre, die viele Fans des Handball-Erstligisten zu Tränen rührten und auch den Akteur sichtlich bewegte, der als Abwehrchef eine riesige Lücke hinterlässt. Aus den Boxen erklang der Alphaville-Song "Forever Young", und Michael Hegemann gehörte der bewegendste Moment der persönlichen Verabschiedungszeremonie.

Bergischer HC: Das Ergebnis war nur eine kleine Randnotiz
Foto: Köhlen, Stephan (TEPH)

"Man hat gesehen, dass es all die Jahre gepasst hat", sagt der 37-Jährige, der im Herbst mit seinem Referendariat als Grundschullehrer beginnt und deswegen künftig beim Zweitligisten TuSEM Essen mit dem Handball kürzer treten wird. "Es war ein fantastischer Abschied - mit zu vielen Emotionen." Das hätte sich "Hege" gerne erspart. Wie für jeden Abgang gab es Präsente von Geschäftsführer Jörg Föste und Marketing-Chef Philipp Thychy sowie vom Fanclub. Von seinen Mitspielern erhielt der Routinier ein Rund-um-Sorglos-Paket für das Therapiezentrum von BHC-Physiotherapeut Carsten Walonka, dessen Dienste Michael Hegemann in den beiden Spielzeiten so gut wie in Anspruch genommen hat.

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Bereits in den Schlussminuten hatten sich die Zuschauer in der abermals ausverkauften Klingenhalle von ihren Plätzen erhoben, um die Mannschaft für ihre Leistung in dieser Saison zu feiern. Der Spielstand zu diesem Zeitpunkt spielte dabei keine Rolle. Die Löwen waren in der Endphase weit davon entfernt, den TuS N-Lübbecke bei einem Fünf-Tore-Rückstand(55. / 22:27) noch abfangen zu können. "Es war schwer vom Kopf, es war schwer von den Beinen", bilanzierte Trainer Sebastian Hinze nach der 25:29 (12:15)-Niederlage, die vier Tage nach dem Coup von Berlin und dem damit verbundenen Klassenerhalt keine Auswirkung mehr hatte. "Überall fehlten heute ein paar Prozent. Auch bei mir, das gebe ich zu."

Der Coach schien zuvor weniger auf das Ergebnis geachtet zu haben. Stattdessen bedachte Hinze das Quintett der Abgänge ein letztes Mal mit reichlich Einsatzzeiten. Rechtsaußen Richard Wöss spielte gegen seinen künftigen Arbeitgeber 60 Minuten durch. Abwehrchef Michael Hegemann durfte in der zweiten Halbzeit im linken Rückraum seine Offensivqualitäten beweisen. Gleiches galt für Duje Miljak auf der rechten Seite. Stanko Sabljic und Emil Berggren trugen sich in ihrem Abschiedsspiel ebenfalls in die Torschützenliste ein.

Wenn da nicht diese zehn traurigen Minuten gewesen wären, wäre es eine rundum gelungene Party nach Spielende gewesen. Während Richard Wöss seine Geschenke in Empfang nahm, kam es zu internen Ausschreitungen im Nettelstedter Fanblock. "Das, was da passiert ist, hat mit Handball nichts zu tun", distanzierte sich Jörg Föste. "Ich bin froh, dass das bei uns im Verein nicht vorkommt." Der Geschäftsführer bedankte sich stattdessen bei der Mannschaft für die "fantastische Leistung über die gesamte Saison" sowie bei den Zuschauern für "den Rückhalt, ohne den das, was wir geschafft haben, nicht möglich gewesen wäre".

Ab sofort beginnt nun die Planung für die Saison 2014/15. Insbesondere die Suche nach einem Spieler, der die Aufgabe von Michael Hegemann übernehmen soll. Die Messlatte liegt hoch.

Lokales Seite C 1

(gra)