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Rommerskirchen: Neues Musikprojekt in Rommerskirchen

Rommerskirchen : Neues Musikprojekt in Rommerskirchen

Der Verein "KuBiRom" ist mit einem Konzert in der Gillbachschule erstmals aufgetreten. VR Bank und Bürgerstiftung haben die Anschaffung der Instrumente ermöglicht. Musikhochschule Köln und Fachhochschule sind die Begleiter.

Lampenfieber werden die 28 Jungen und Mädchen der Klasse 1a sicher gehabt haben. Anzumerken war ihnen bei ihrem ersten großen Auftritt in der Aula der Gillbachgrundschule davon jedoch nichts. "Sie haben schon bei unserer Adventsfeier gespielt", sagt Rektorin Elke Lorleberg zur gelungenen Generalprobe der Nachwuchsmusiker. Etwa 150 Besucher fanden sich zu dem Konzert ein, das zugleich die öffentliche Premiere von "Kulturelle Bildung Rommerskirchen" war. Im üppig sprießenden Vereinsleben am Gillbach ist dies der jüngste Spross, wobei "KuBiRom" der einzige Verein seiner Art überhaupt ist.

Initiator ist Franz Krönig. Der promovierte Musikwissenschaftler lebt seit drei Jahren in Rommerskirchen und ist beruflich in Köln als Projektleiter in der kulturellen Bildung tätig. Die Musikhochschule und die Fachhochschule Köln unterstützen Projekte, bei denen Kinder so früh wie möglich zum Musizieren gebracht werden und haben auch "KuBiRom" in seiner Pilotphase begleitet.

Elke Lorleberg ist ebenso begeistert wie Astrid Bank-Mörs, die Klassen- und Musiklehrerin der 1a. "Ich suche nach neuen Impulsen in der Musik, und da kam das Projekt wie gerufen", sagt Astrid Bank-Mörs. Seit vergangenem Herbst üben die Kinder der 1a drei Stunden in der Woche. Dafür, dass die Instrumente angeschafft werden konnten, haben die Bürgerstiftung sowie die VR Bank gesorgt, die dafür 3500 Euro zur Verfügung stellten. "Es gibt keine Konkurrenzsituation zur Kreismusikschule. Die arbeitet nach einem ganz anderen Ansatz", betont Elke Lorleberg. Der Spaß am gemeinsamen Musizieren soll im Vordergrund stehen, beschreibt Franz Krönig die Zielsetzung des neuen Vereins und seiner Arbeit.

Dass es dabei durchaus nützliche "Sekundäreffekte" gibt, ist für Astrid Bank-Mörs und "KuBiRom"-Mitgründerin Renate Schäkel ein zusätzlicher Pluspunkt. Nicht allein, dass Musik bei kleinen Kindern die kognitive Entwicklung in ganz besonderem Maß fördert: kommt das gemeinsame Musikmachen "auch der Sprachentwicklung und der sozialen Entwicklung zugute, wie ich aus meiner Erfahrung bestätigen kann", sagt die Musiktherapeutin Renate Schäkel. "KuBiRom" will sich künftig zwar schwerpunktmäßig, jedoch nicht ausschließlich der Musik widmen.

Dabei ist das Projekt schon jetzt nicht mehr allein auf Kinder der Gillbachschule beschränkt. Jungen und Mädchen aus den Kindergärten und den beiden anderen Grundschulen in Frixheim und Hoeningen sind ebenso eingeladen wie etwas ältere Kinder. "Wir wollen eine Bildungslandschaft gemeinsam mit den Kindergärten und den Offenen Ganztagsschulen schaffen", beschreibt Franz Krönig die Zielsetzung. Bereits jetzt ist eine Erzieherin aus dem Offenen Ganztag auch bei "KuBiRom" im Einsatz, doch "ich fürchte, dass wird nicht reichen", sagt Elke Lorleberg.

Zwar will der neue Verein bei den Kindern ansetzen, doch in letzter Instanz erhofft sich Franz Krönig auch "generationenübergreifende Effekte". Zunächst geht es jedoch darum, die 1a der Gillbachschule zu einer Profiklasse Musik zu machen, die vier Jahre lang gemeinsam musiziert. Neben Astrid Bank-Mörs soll auch eine externe musikpädagogische Lehrkraft den Unterricht gestalten.

(NGZ/rl)