Rommerskirchen: Thiel: Konverter nicht nach Rommerskirchen

Rommerskirchen: Thiel: Konverter nicht nach Rommerskirchen

Für den SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Thiel ist Rommerskirchen als Alternativstandort für den Konverter endgültig vom Tisch.

Die Rommerskircher können wohl aufatmen. Nachdem sich vergangene Woche die Bundesregierung gegen eine Änderung des Bundesbedarfsplangesetzes ausgesprochen hat, rechnet der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Thiel nicht mehr damit, dass der im Herbst 2012 als Alternative zum "Favoriten" Meerbusch-Osterath ins Gespräch gebrachte Standort Rommerskirchen für einen Doppelkonverter der Firma Amprion noch eine Rolle spielen wird.

Wie Thiel jetzt bei einer viele Themen streifenden Gesprächsrunde mit Mitgliedern des Seniorennetzwerks 55 plus in der Sinstedener Alten Schule sagte, sei ein solcher Verknüpfungspunkt grundsätzlich nötig, "damit die Energiewende überhaupt gelingt". Allerdings erneuerte er seine Kritik an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der vor einigen Monaten Frimmersdorf als denkbare Alternative für Osterath vorgeschlagen hatte.

"Die Belastungen aus der Energiewende sollten da getragen werden, wo sie entstehen. Wir dürfen nicht nach dem Reflex verfahren, ,die haben ja schon was, die kriegen noch was oben drauf'", sagte Rainer Thiel mit Blick auf die Braunkohleregion. "Die Bundesregierung denkt nicht daran, den Standort zu ändern", so der SPD-Landtagsabgeordnete. Nach Thiels Worten haben die Resolutionen des Rommerskirchener Gemeinderats, des Kreistags und des Grevenbroicher Stadtrats "offensichtlich Wirkung" gehabt.

In denen hatten sich die örtlichen Politiker nachdrücklich gegen den Bau des Konverters in Rommerskirchen und Grevenbroich ausgesprochen. Laut SPD-Fraktionschef Martin Mertens, der im Dezember die letztlich einstimmig gebilligte Resolution des Rats initiiert hatte, "haben wir die berechtige Hoffnung, dass der Konverter nicht nach Rommerskirchen kommt". Vollends gegenstandslos dürfte damit auch der damalige Zoff um den Resolutionstext sein: Die CDU hatte seinerzeit vehement beklagt, an dessen Formulierung nicht beteiligt gewesen zu sein.

Martin Mertens zufolge "kann man die Sorgen der Menschen vor Ort verstehen", allerdings müssten "die gleichen Kriterien wie für Meerbusch auch für Rommerskirchen gelten". Nur als Sturm im Wasserglas mag er die Sache allerdings nicht abtun: "In der Diskussion war zwischenzeitlich die Rede davon, den Konverter zwischen Neurath und Sinsteden zu postieren, also ganz nahe an Rommerskirchener Gebiet."

In Sinsteden kündigte Mertens jetzt für die Ratssitzung in der kommenden Woche einen Antrag der SPD an, nach der kürzlich erfolgten Neufassung des Landeswassergesetzes die Verpflichtung zur privaten Kanaldichtheitsprüfung überall dort auszusetzen, wo keine Wasserschutzgebiete betroffen sind.

"Die derzeit geltende Satzung der Gemeinde sieht strengere Maßstäbe vor als das Gesetz", begründet der SPD-Fraktionschef den Vorstoß seiner Partei zugunsten einer "bürgerfreundlichen Regelung". Gespräche mit UWG und Grünen habe er bereits geführt, wobei der Sozialdemokrat optimistisch ist, dass es eine Mehrheit geben wird: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man dagegen ist."

(NGZ/rl)
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