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Rommerskirchen: Könen tritt als CDU-Chef ab

Rommerskirchen : Könen tritt als CDU-Chef ab

Völlig überraschend kam der Schritt nicht, doch hatten manche Beobachter der lokalpolitischen Szenerie erst später mit einer Entscheidung gerechnet: Dienstag trat der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Wolfgang Könen von seinem Amt zurück: "Mit sofortiger Wirkung", wie der 43-jährige Rechtsanwalt betont. "Nach sorgfältigen persönlichen Erwägungen im Kreis der Familie und nach vertrauensvoller Rücksprache mit einigen Parteifreunden habe ich mich entschlossen, als Vorsitzender des Gemeindeverbands zurückzutreten."

Könen versteht diesen Schritt als "verantwortliches Handeln zum Wohle der CDU". Er hofft, dass auf diesem Wege "zermürbende Grabenkämpfe zwischen der Partei und der Fraktion, aber auch innerhalb der Partei vermieden werden können". Nachdem Stephan Kunz Könen am 18. Juni in einer Kampfabstimmung als Fraktionschef gestürzt hatte, wurde nicht allein unter CDU-Mitgliedern spekuliert, ob Wolfgang Könen Parteichef bleiben werde. Er selbst hatte diese Frage zunächst offen gelassen. An Versuchen, ihn umzustimmen, hat es nach Informationen der NGZ in den vergangenen Wochen nicht gemangelt.

Zu denen, die Könen geraten haben, weiterhin Vorsitzender zu bleiben, zählt auch Hubert Pane, der von 2007 bis 2009 sein Vorgänger als Fraktionsvorsitzender war. "Ich bin sehr traurig über den Rücktritt, weil ich gehofft habe, dass die CDU weiterhin Positionen beziehen wird, die den Bürgern nutzen", kommentiert Pane Könens Amtsverzicht. "Ich weiß nicht, ob wir jetzt jemand finden werden, der kein anderes Interesse hat als im Interesse der Bürger zu handeln", sagt Pane mit Blick auf Kandidaten für eine Nachfolge Könens. Dessen Stellvertreter sind Heinz-Werner Vetten, Gabi Paulus und Holger Hambloch, die zurzeit kommissarisch die Union führen. Heinz-Werner Vetten hat mittlerweile sein Ratsmandat niedergelegt. Einen Termin für die Neuwahl gibt es noch nicht. Eine Mitgliederversammlung der Union muss bis spätestens Ende September einberufen werden, da die CDU Delegierte für die Wahl des Bundestagskandidaten benennen muss.

Wolfgang Könen rechnet damit, dass dann auch die nötig gewordene Vorstandswahl stattfinden soll. Ohne seinen Widersacher Stephan Kunz zu nennen, macht Wolfgang Könen deutlich, dass er mit diesem auch als Parteichef nicht mehr zusammenarbeiten mag. "Nach meinem Verständnis von moderner Parteiarbeit lassen sich politische Ziele nur auf einer vertrauensvollen Basis erreichen, die für alle Beteiligten verbindlich ist", sagt der bisherige CDU-Vorsitzende. Wolfgang Könen möchte sich zunächst ganz auf seine beruflichen Tätigkeiten konzentrieren. Mitglied der CDU will er bleiben.

(S.M.)