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Rommerskirchen: Historiker weiten Forschung aus

Rommerskirchen : Historiker weiten Forschung aus

Die vom Geschichtskreis im Internet bereit gestellten Informationen werden über die Gemeinde hinaus benutzt. Klaus Hopmann aus Köln gelangte so zu Informationen über seinen aus Rommerskirchen stammenden Großvater.

Geschichte pur liefern Akten und Urkunden der Gemeinde. Tausende Zugriffe verzeichnet die Internetseite des Geschichtskreises des Seniorennetzwerkes 55plus. seit die Standesamtsurkunden der Gemeinde im September 2010 freigegeben wurden. Sie werden seitdem von den engagierten Mitglieder mit viel Aufwand digitalisiert.

Wann die Digitalisierung abgeschlossen sein könnte, vermag Netzwerk-Mitglied Klaus Erdmann nicht zu sagen: "Das ist ein Ding, das ewig läuft und uns immer neue Kundschaft bringt." Einen Mangel an Arbeit befürchten die ehrenamtlichen Geschichtsforscher nicht. In diesem Rahmen haben sich die Hobby-Historiker Hilfe gesichert: Für die Chronik des früheren Rommerskirchener Pfarrers Aumüller hat Erdmann einen Studenten gefunden, der sie vollständig aus der Sütterlin-Schrift transkribieren will. "Vielleicht wird daraus sogar mal ein Buch", sagt Erdmann.

Auf den Spuren des Großvaters

Die Arbeit der Lokalhistoriker wirkt längst über die Gemeindegrenzen hinaus. Jüngstes Beispiel ist Klaus Hopmann aus Köln, der bei seinen Recherchen auf die Seite des Geschichtskreises gestoßen war. Von seiner Mutter hat er vor Jahrzehnten ein Foto seines Großvaters erhalten, der 1915 im Ersten Weltkrieg gefallen war: Franz Oberlack stammte aus der heutigen Gemeinde Rommerskirchen, wobei der Name insbesondere in Anstel nicht unbekannt ist.

"Ich habe mich sehr gefreut, dass ich die Akten hier einsehen konnte", erzählt der Kölner Klaus Hopmann. Was ihn bei seinen Nachforschungen auch gefreut hat, war die unbürokratische Art des Zugangs zu den historischen Dokumenten, wie er in Rommerskirchen möglich war. "In Köln ist das viel schwieriger" , weiß Ahnenforscher Hopmann aus leidvoller Erfahrung. Gemeinsam mit Mitgliedern des Geschichtskreises war er in diesen Tagen im Zonser Kreisarchiv. Dort hat er unter anderem die Gesetzessammlung von Jülich-Berg durchforstet: Im Bergischen zählte eine "evangelische Priesterdynastie, die gut 200 Jahre angedauert hat", zu seinen Vorfahren.

Abgeschlossen ist aber auch seine Suche nach Informationen über seinen Großvater noch nicht: Zwar hat er allerlei wertvolle Informationen ausfindig machen können, eine Sterbeurkunde von Franz Oberlack war allerdings bislang noch nicht unter den Dokumenten. Klaus Hopmann jedenfalls hofft, dass er bald auch wieder in Rommerskirchen Unterlagen einsehen kann.

Was gleichermaßen für Klaus Erdmann gilt, denn die Digitalisierung der Standesamtsakten liegt derzeit auf Eis. Archivar Gerd Blaschke ist erkrankt; momentan gibt es daher keinen Zugang zu den unzähligen Ordnern, die Dokumente von 1799 an beinhalten.

Info www.netzwerk-rommerskirchen.de

(NGZ/rl)