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Rommerskirchen: Kulturzentrum mit Zugkraft

Rommerskirchen : Kulturzentrum mit Zugkraft

Mehr als 5000 Besucher machten den inzwischen schon traditionellen "Rhenag-Tag" im Kreiskulturzentrum erneut zum Publikumserfolg. Neben landwirtschaftlichem Gerät wurden auch Tiere gezeigt.

Auch die parallel auf Schloss Dyck stattfindenden "Classic Days" drückten die Zahl der Gäste letztlich nicht: Am Ende waren es beim "Rhenag-Tag" mehr als 5000 Besucher, die sich gestern im Kulturzentrum des Kreises tummelten. Wie im Vorjahr lautete das Motto "Rheinische Zugkraft", wobei neben allerlei technischem Gerät natürlich auch Tiere zu sehen waren: Für Zugkraft sorgten einst die Pferde, die diesmal in anderer "Mission" unterwegs waren: "Wir sind mit 15 Voltigierern und einer Vierer-Kür da", verwies der Vorsitzende Günter Klomfass auf die gut 100-köpfige Präsenz des Reit-,Fahr- und Voltigiervereins Pferdesportfreunde Gillbach.

Ganz in der Nähe des weitläufigen Reitplatzes war auch Falkner Guido Hoffmann aus Erftstadt-Bliesheim anzutreffen: Sein gerade einmal 75 Tage alter Habicht war für etliche Besucher ein begehrtes Fotomotiv. 1030 Gramm schwer, steht der Greifvogel noch vor seiner ersten Beute, aller Voraussicht nach einem Jungkaninchen. "Vielleicht ist es schon in drei Stunden soweit", so Guido Hoffmann, der gerade mit der Schulung des Tiers beginnt. Seine Natur ausleben kann er in jedem Fall: "Er jagt hauptsächlich in befriedeten Bezirken, wo keine Schusswaffen eingesetzt werden", so Guido Hoffmann.

Seit längerer Zeit auch außerhalb der Traktorenhalle zu sehen, waren einige Schätzchen des Fördervereins für das Landwirtschaftsmuseums. Der Vorsitzende Clemens Becker und seine Mitstreiter präsentierten unter anderem den zwischen 1936 und 1955 gebauten Lanz Bulldogg, einen jener Traktoren, die im 20. Jahrhundert in der Landwirtschaft etwa die Rolle spielten wie der VW-Käfer im Straßenverkehr. Noch älteren Datums ist die 1909 gebaute US- Lokomobile von Wolfgang Komanns. Das Exemplar des Kapellener Landmaschinensammler ist nach wie vor einsatz- aber längst nicht mehr konkurrenzfähig: Für die "Mähleistung" eines Tages bräuchte ein Mähdrescher heutzutage maximal eine Stunde.

Blickfang nicht nur für technikbegeisterte Gäste war in Sinsteden wieder der selbstfahrende Rübenroder nebst Rübenlader der Marke "Ropa": Die kolossalen Geräte gehören dem Maschinenring Mönchengladbach-Neuss-Gillbach und verkörperten den während eines Jahrhunderts vollzogenen technologischen Fortschritt gegenüber der nur einen Steinwurf entfernten Lokomobile. Kathrin Wappenschmidt, die Leiterin des Kulturzentrums, sprach von "einem rundum gelungenen Event" und freut sich bereits auf den nächsten "Großkampftag" in Sinsteden: Am 19. August lädt das Kulturzentrum wieder zum "Blues-Brunch".

(NGZ/ac)