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Rommerskirchen: Beschwerden über Frixheimer Festplatz

Rommerskirchen : Beschwerden über Frixheimer Festplatz

Eine Klage wegen Lärms ist nicht ausgeschlossen. Gegen den nahen "Sparkassen-Spielplatz" ist bereits eine anhängig.

Im Bereich der Frixheimer Straße und ihrer Nebenstraßen wohnen offensichtlich lärmempfindliche Zeitgenossen. Dies gilt zum einen für den kürzlich eröffneten und inzwischen rege genutzten "Sparkassen-Spielplatz". Hier konnten Anwohner durch juristische Interventionen sogar die Bauarbeiten aufhalten: Mit großem Gerät durfte der Platz im September erst am dritten Tag nach dem Start der Arbeiten befahren werden. Bei der Eröffnung selbst drohte eine einstweilige Verfügung. Die gibt es nach den Worten von Rathaussprecher Elmar Gasten zwar nicht, die Klage eines Anwohners sei jedoch weiterhin anhängig.

Nur gut 150 Meter entfernt droht neues Ungemach: Dieses betrifft die Frixheimer St. Sebastianus-Bruderschaft, deren Festplatz an der Einmündung der Dorfstraße in die Frixheimer Straße liegt. Nach Auskunft von Bürgermeister Albert Glöckner gibt es hier eine Unterschriftensammlung von mehr oder weniger weit entfernt lebenden Anwohnern. Eventuell sei sogar mit einer "Klagegemeinschaft" zu rechnen, so der Bürgermeister.

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Mit den Rechtsanwälten der Gemeinde hat Albert Glöckner in dieser Woche bereits gesprochen. Präsident Matthias Schlömer ist höchst überrascht, kennt jedoch keine Details. Gleiches gilt für seinen Stellvertreter Wilfried Müller. Verwundert sind jedoch nicht allein Frixheimer Schützen, dass die Frage einer möglichen Lärmbelästigung erst im Oktober virulent geworden zu sein scheint. Das Schützenfest wird stets Anfang Juli vier Tage lang gefeiert, ansonsten wird das Gelände während des gesamten Jahres nicht genutzt.

Ihr neuer Festplatz hat den Sebastianern schon manche Sorgen beschert: Im Herbst 2008 gelang es, die Hürde des Landschaftsbeirats zu nehmen, wobei etliche Auflagen fällig waren. Dass die nicht alle eingehalten wurden, trug zu einer weiteren Verzögerung bei. Erst 2011 konnte die Bruderschaft hier erstmals Schützenfest feiern. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Mertens verweist auf die mehr als 700-jährige Geschichte der Bruderschaft: "Das Schützenwesen ist als Brauchtum fest in Rommerskirchen verankert.

Dass es in den vergangenen Jahren in der Gemeinde verstärkt zu Beschwerden kommt, ist schade. Ich hoffe, dass in Frixheim Anwohner und Bruderschaft miteinander reden. Durch einen respektvollen Umgang miteinander wird man hoffentlich eine Lösung zum Wohle aller Beteiligten finden." CDU-Fraktionschef Stephan Kunz sieht sich "nicht in der Lage, mit dem jetzigen Kenntnisstand eine Aussage zu treffen".

Ähnlich urteilen Ulrike Sprenger (UWG) und Jupp Kirberg (Grüne). Beide wollen die heutige Sitzung des Planungs- und Bauausschusses abwarten, von der sie sich weitere Informationen erhoffen. Für die FDP-Fraktionsvorsitzende Alice Oßwald "ist es sehr bedauerlich, wenn die Anwohnerschaft sich durch die Schützen und somit unser aller Brauchtum belästigt fühlt. Vielleicht können sich die Schützen mit ihnen an einen Tisch setzen und vereinbaren, ab wann denn Ruhezeit herrschen sollte." Aus der Sicht von Albert Glöckner ist jetzt vor allem "eine Charme-Offensive der Bruderschaft" gefordert.

(NGZ)