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Rheinberg: "Schirm": Es gibt Alternativen

Rheinberg : "Schirm": Es gibt Alternativen

In die Diskussion um mögliche Folgen von Handy-Strahlung kommt neue Bewegung. Morgen tagt wieder die mobilfunkkritische Initiative, die dafür plädiert, in Rheinberg ein Mobilfunkkonzept und einen Runden Tisch einzurichten. WHO-Studie und Europarat-Entscheidung beleben die Diskussion.

Eine von der Weltgesundheitsorganisation WHO vorgelegte Studie besagt, dass von Handys ein erhöhtes Krebsrisiko ausgeht. Parallel dazu mahnt der Ständige Ausschuss des Europarates stärkere Schutz- und Vorsorgemaßnahmen, eine Forschungsförderung für neue Technologien und besonders eine Aufklärung unter Kinder- und Jugendlichen an. "Das bedeutet ein generelles Umdenken, eine Kehrtwende in der Mobilfunkpolitik", sagt Michael Lefknecht, Umweltmediziner und Sprecher der Rheinberger mobilfunkkritischen Initiative "Schirm". "Zum ersten Mal gibt es eine solche einstimmig gefasste Empfehlung. Und das entspricht genau der Linie, die wir mit ,Schirm' verfolgen."

Die Initiative möchte nach wie vor erreichen, dass es Mobilfunkanbietern nicht uneingeschränkt möglich ist, Sendemasten zu errichten. Die Stadt soll sich Mitspracherechte sichern. Der letzte Stand der Dinge ist, dass Politik und Verwaltung einem Mobilfunkkonzept vorerst nicht zustimmen wollen. Ebenso sprach man sich mehrheitlich gegen einen "Runden Tisch Mobilfunk" unter städtischer Regie aus.

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Keine 40 000 Euro ausgeben

Die Rheinberger Initiative hält sich an die Argumentationslinie des Mobilfunkexperten Bernd Müller vom NABU, der sagt: Für ein Mobilfunkkonzept muss man keine 40 000 Euro ausgeben. Michael Lefknecht: "Man kann das Procedere vereinfachen, indem man eine Linie um die Wohngebiete zieht und so dafür sorgt, dass Masten nur noch in einem ausreichenden Abstand von 300 Meter von Wohnhäusern errichtet werden dürfen."

In Rheinberg geht es konkret um einen vom Anbieter O2 geplanten Mobilfunkmast. Nachdem zunächst ein Standort in Orsoyerberg (Trafohäuschen gegenüber der Sparkasse) ausgeguckt war, sollte dann am Reitweg in Vierbaum gebaut werden. "Schirm" hält einen Standort an der Langackerstraße, rund 400 Meter vom Städtischen Kindergarten entfernt, für den günstigsten. Das Problem: In der Nachbarschaft wohnt eine elektrosensible Frau, die nicht über Gebühr belastet werden soll. Morgen soll in diesem Zusammenhang die Stärke des Umspannwerks gemessen werden. Auch der Plankweg zwischen Rheinberger Straße und dem "Musikerviertel" in Orsoyerberg und ein Standort im Binsheimer Feld seien denkbar.

Flyer per Mail

Um zu untermauern, dass "Schirm" nach wie vor die Einrichtung eines Mobilfunktisches für angebracht hält und sich dafür einsetzt, dass die alternativen Standortvorschläge an O2 weitergegeben werden, ist ein Flyer mit den Ziele der Initiative vielen relevanten Gruppe, auch der Politik, zugemailt worden.

(RP)