Rheinberg: Hermanns Bühne spielt verrückt

Theaterpremiere : Turbulentes von „Om“ bis Glitzerrock

Die Rheinberger Theatergruppe „HerMann’s Bühne“ spielt ab dem 8. November fünf Mal „Ein Mann spielt verrückt“.

Die Fans von „HerMann‘s Bühne“ sollten sich in den verbleibenden zwei Wochen bis zur Premiere am Freitag, 8. November, schon mal den einen oder anderen Witz erzählen. Denn „Ein Mann spielt verrückt“, eine Komödie in drei Akten von Winnie Abel, verlangt nach durchtrainierten Lachmuskeln. Das deutet sich bereits mit einem Blick in die Inhaltsangabe an: Eine raffgierige und noch dazu arrogante Ehefrau, eine dem Esoterik-Wahn verfallene Tochter und ein langweiliger Job. Bauamtsleiter Karl-Heinz Meseberg hat eigentlich genug Probleme. Eigentlich. Doch als er sich dann noch für die Errichtung eines neuen Bordells allzu tief gehenden Überprüfungen hingibt, droht ihm sein Leben vollends um die Ohren zu fliegen. Es ist zum Verrücktwerden. Für Meseberg genau der richtige Ansatz, dem drohenden Skandal zu begegnen.

Damit allerdings nehmen die Turbulenzen erst richtig Fahrt auf, und das Publikum dürfte kaum noch zum Durchatmen kommen. Dem Laienspieltheater vom Annaberg ist es wieder einmal gelungen, die richtige Vorlage zu finden. „Es wird immer schwieriger, an Stücke zu kommen, die zu unserer Altersstruktur passen. Jugendliche Liebhaber etwa können wir nicht mehr darstellen“, erklärt Regisseurin und Souffleuse Monika Kehrmann.

„Ein Mann spielt verrückt“ passt wie geschrieben für die Truppe. Melanie Kaczmarek als „esoterisch verstrahlte Energieberaterin“ Charlotte ist geradezu die Idealbesetzung. „Als ausgebildete Heilpraktikerin und Krankenschwester weiß ich, worum es geht“, sagt sie. Auf den Text hat sie sich intensiv vorbereitet, auch wenn der oft nur aus einer Silbe besteht: „Ich habe mir etliche Videos im Internet angesehen, um richtig ,Om’ zu sagen.“

Ulla Elsner hingegen möchte ganz und gar nicht von sich behaupten, die Idealbesetzung für ihre Rolle zu sein. Dennoch freut sie sich ungemein darauf: „Eine Prostituierte zu spielen, ist mal was ganz Anderes. Das macht richtig Spaß.“ So hat die erfahrene Darstellerin nichts dem Zufall überlassen. Elsner: „Ich bin extra nach Oberhausen gefahren und habe mir fürs Stück einen Glitzerrock gekauft. Das ist mir die Sache wert.“ Höchste Ansprüche an das Stück stellt auch die Bühnenmöblierung, besonders das Sofa. Immerhin soll nicht nur Werner Dufhaus in der Rolle des vermeintlich durchgeknallten Bauamtsleiters wild darauf herumspringen. „Auf der Couch geht’s heiß her. Die hat nach der letzten Vorhang ausgedient“, verspricht Monika Kehrmann.

Zum Glück handelt es sich bei dem Sitzmöbel um einen ausrangierten Dachbodenfund. Obwohl es wieder fünf Aufführungen geben wird, sind Eintrittskarten Mangelware. Kehrmann: „Genügend Karten gibt es nur noch für die Premiere. Für die weiteren Aufführungen haben wir nur noch vereinzelte Restkarten.“ Rund 800 Gäste, überwiegend Stammpublikum, erwartet das Ensemble insgesamt zu den fünf Aufführungen im Pfarrheim St. Anna. Der Erlös ist wieder für einen guten Zweck bestimmt.