Waldspielplatz auf der Bönninghardt bekommt einen lehrreichen Erlebnispfad

Waldspielplatz Bönninghardt : Tannenzapfen-Werfen in der Waldschule

Der Waldspielplatz auf der Bönninghardt soll durch ein Leader-Projekt mit einem Erlebnispfad noch attraktiver werden. Janine Jakobs aus dem Rathaus hat das Konzept der Politik vorgestellt. In knapp einem Jahr soll’s umgesetzt sein.

Der Waldspielplatz auf der Bönninghardt hat viele Freunde. Seit Jahrzehnten schon kommen Kinder mit ihren Eltern aus der ganzen Region regelmäßig hier her, um auf dem weitläufigen Gelände mit attraktiven Spielgeräten und einer Infrastruktur, bei der sich auch Erwachsene wohl fühlen, mitten in der Natur eine vergnügliche Zeit zu verbringen. Nun soll das Angebot um eine Attraktion reicher werden. Janine Jakobs, die sich im Rathaus um die Spielplätze der Gemeinde kümmert, hat im Bauausschuss der Politik Pläne für einen „Walderlebnispfad“ vorgestellt und dafür viel Lob erhalten.

Geplant sind sieben Stationen entlang eines Rundweges, der in nördlicher Richtung verläuft und am Ende am Haus auskommt, in dem – ungewöhnlich für Spielplätze – die Sanitäranlagen untergebracht sind. Die Aufgaben, die an den einzelnen Stationen zu lösen sind, sind witzig wie lehrreich. Jeder ist ein Gewinner: Denn am Ende weiß der, der den Pfad absolviert hat, mehr über den heimischen Wald, seine Pflanzen und Tiere als vorher. Garantiert.

Los geht’s mit einer „Tannenzapf-Weitwurf-Station“. Hier müssen Zapfen über eine auch von Kindern zu bewältigende Distanz in einen ausgehöhlten Baumstumpf geworfen werden. Ein paar Meter weiter wartet ein Hochsitz, der zu erklimmen ist, um dem interessierten Beobachter aus erhabener Höhe einen ganz neuen Blick auf die Natur drumherum zu ermöglichen. An Station Drei gibt’s was auf die Ohren. Hier werden Dinge aus dem Wald zum Klingen gebracht.

Der Waldspielplatz auf der Bönninghardt soll durch einen pädagogisch wertvollen Erlebnispfad noch attraktiver werden. Foto: Gemeinde

In der Tierstation erfährt jedes Kind auf verständliche Art und Weise Spannendes aus dem Leben von Specht und Eichhörnchen. Die größte Station soll das Waldklassenzimmer werden. Mit Tischen und Bänken sollen hier 27 Waldschulkinder unterrichtet werden können. Für den Lehrer, der den Kindern des Digitalzeitalters die Tiere des Waldes vorstellt oder den Unterschied zwischen Laub- und Nadelbaum erklärt, soll’s als didaktische Hilfe auch eine Tafel geben.

An der Baumstation können Kinder an den Jahresringen einer Baumscheibe das Alter des Stammes abzählen und so eine Vorstellung davon entwickeln, wie lange es dauert, bis ein Baum groß und mächtig geworden ist. An einem Zeitstrahl soll an historische Momente oder Zeitspannen erinnert werden, die deutlich machen, was alles passiert ist, bis aus einem zarten Setzling ein großer Baum geworden ist: Kriege, der Mauerfall oder der Einsturz der Zwillingstürme in New York am 9. November 2001.

Schließlich sollen die Kinder an der „Pflanzstation“ im Beet unterscheiden lernen zwischen gut und böse, beziehungsweise, dass manches Pflänzchen im heimischen Wald lecker und gesund ist, andere aber durchaus giftig sein können.Den Weg für den Erlebnispfad gibt es schon, er muss nur vom Wildwuchs befreit und mit einer „wassergebunden Deckschicht“ gut passierbar gemacht werden – ausdrücklich auch für Rollstuhlfahrer oder Kinder mit Laufrad.

Der Antrag für den Walderlebnispfad liege inzwischen bei der Bezirksregierung, so Nadine Jakobs. Denn es handele sich um ein Projekt der Leader-Region „Natürlich lebendig“, zu der sich Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten zusammengeschlossen haben. Die Kosten für die Umsetzung werden auf 90.000 Euro beziffert. Gut ein Drittel davon muss Alpen beisteuern. Janine Jakobs rechnet damit, dass sie mit dem Pfad im Sommer, spätestens im Herbst an den Start gehen kann. Die Politik lobte die „tollen Ideen“, mit denen Alpen nicht nur bei hohen Tieren im Förder-Dschungel „glänzen“ kann. Nadine Jakobs freut sich drauf: „Ich hoffe, wir treffen uns da bald“, formulierte sie als Wunsch an die politischen Vertreter. Die signalisierten ihr Kommen.

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