Kai Magnus Sting erzählte in Rheinberg von Absurditäten des Alltags

Kai Magnus Sting im Schwarzen Adler : Alltagsabsurditäten in trockenen Humor verpackt

Kabarettist Kai Magnus Sting war im Schwarzen Adler zu Gast. Er erzählte vom Älterwerden, von der Oma und vom Handkäse.

(erko) Im Schwarzen Adler ging es am Freitag nachbarschaftlich vertraut zu. Mit Kai Magnus Sting war ein Kabarettist gekommen, der keinerlei Distanz zwischen sich und dem Publikum aufkommen lässt. So durften sich die Besucher sogar aussuchen, welche Nummern der „spöttische Ruhrpott-Melancholiker“ an diesem Abend vorträgt.

Kernthema war aber zunächst das Älterwerden und die damit verbundenen Begleiterscheinungen. Eine davon sei die Tatsache, dass die Ärzte um ihn herum immer jünger und dynamischer werden. Einer dieser Mediziner empfahl dem 41-Jährigen eine Generaluntersuchung. „Ich bin Kassenpatient. Das heißt, ich saß fünf Stunden im Wartezimmer. Vorher war ich gesund, als ich da rausging, hatte ich Grippe, Magen-Darm und Fußpilz“, erklärt Sting. Dem Arzt empfahl er dann, auf das Belastungs-EKG zu verzichten. „Ihre Praxis liegt im zweiten Stock. Messen Sie den Puls, wenn ich zur Tür reinkomme, das reicht völlig“, so Sting, der sein Alter inzwischen auch äußerlich wahrnimmt: „Mir wachsen plötzlich Haare aus den Ohren? Je vernünftiger man wird, desto bescheuerter sieht es aus.“

Der von Hanns Dieter Hüsch inspirierte Entertainer versteht es, die Absurditäten des Alltags mit trockenem Ruhrpott-Humor zu kommentieren – und das gerne auch mal derb: „Die Meldung des Jahres kam im Januar: Ab sofort dürfen auch Männer ohne Hoden zur Polizei. Darf man die überhaupt noch Bullen nennen?“ Ein vielfacher Publikumswunsch waren die Geschichten von der Oma. Die habe ihn bis zum Abitur von der Schule abgeholt. „Aber nur, weil sie alleine gar nicht mehr nach Hause kam.“ Omas Sprüche kamen den meisten der 120 Gäste nur allzu vertraut vor. Bei Liebeskummer konnte der junge Kai Magnus die allerdings nicht mehr hören. „Oma sagte dann: Auf jeden Pott passt ein Deckel. Aber haben sie mal gesehen, was da draußen für ein Geschirr herumläuft?“

Früher war vieles einfacher, erläuterte Sting und erntete breite Zustimmung. Anstelle von kunstvoll arrangierten Brötchen, die so fade schmecken wie die Servietten, gab es früher schlicht ein Käsedubbel und fertig. Stings Favorit war der stark muffelnde Harzer, am liebsten als in Essig und Öl eingelegter „Handkäs mit Musik“, das regt die Verdauung an. Sting: „Ein guter Handkäs mit Musik muss dazu in der Lage sein, die Bettdecke nachts konstant 20 Zentimeter hoch zu halten.“ Für ein dezentes Nicken der männlichen Besucher sorgte Stings Blick in heimische Schlafzimmer: „Frauen haben eigene Ankleidezimmer und ganze Fluchten von Kleiderschränken. Männer haben einen Stuhl neben dem Bett.“

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