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Jüchen: Pilger werden in Neuenhoven erwartet

Jüchen : Pilger werden in Neuenhoven erwartet

Seit 631 Jahren ist St. Georg das Ziel von Pilgern. Bei der Wallfahrts-oktav ab 29. Juni ist erneut die Pfarre St. Pankratius aus Glehn dabei.

Am Samstag, 29. Juni, 18 Uhr, beginnt in Neuenhoven die Wallfahrtsoktav. Für eine Woche, bis Sonntag, 7. Juli, ist die Pfarrkirche St. Georg das Ziel von Pilgern. Sie kommen allein oder in Gruppen und wollen sich an die 14 Nothelfer wenden. Über die Heiligen ist wenig bekannt; einzig, dass sie oft und gerne um Fürbitte in schwierigen Lebenslagen angefleht werden. Die kleine Kirche mit ihren 80 Sitz- und einhundert Stehplätzen wird während der insgesamt 22 Gottesdienste brechend voll sein.

Traditionell mit dabei: die Pfarrei St. Pankratius Glehn, die mit einer 60 Mitglieder starken Gruppe vertreten sein wird. "Wir sind von unserer Pfarrei aus immer nach Neuenhoven gepilgert. Doch als unser Pastor Michael Tewes neu bei uns war, hatte er das zunächst nicht als Termin angesagt", erzählt Theo Esser aus Steinforth. Er verrät auch: "Wir sind natürlich doch nach Neuenhoven zu den Nothelfern gepilgert. Aber zwei Jahre sind wir erst mal nur von Steinforth aus gegangen." Denn die Wallfahrt zu der Gedenkstätte der 14 Nothelfer in St. Georg hätte den Menschen seiner Pfarre stets sehr viel bedeutet.

Theo Esser sprach deshalb mit Andreas und Marlene Humpesch vom Möhrenhof in Steinforth sowie später mit Franz Münch aus Glehn. "Die drei haben sich sofort an einer Rettungsaktion der Neuenhovener Wallfahrt für unsere Pfarre beteiligt", erzählt Esser. Bereits seit 600 Jahren sei Neuenhoven Wallfahrtsort. Franz Münch kann diese Aussage sogar präzisieren, denn er hat recherchiert: "Es sind genau 631 Jahre dokumentiert." Theo Esser kennt die Wallfahrt selbst bereits seit jungen Jahren: 1957 trug er als Messdiener mit 21 Jahren die Pilgerfahne

Münch ist seit Jahren der Mann, der sich um die geistlichen Inhalte der Pilgerfahrt kümmert. In diesem Jahr wird er auf dem knapp sechs Kilometer langen Weg — entlang der Kirche in Steinforth und der Kapelle in Schlich — die Heilige Barbara in den Mittelpunkt stellen, denn: "Sie war Märtyrerin, ist Schutzpatronin der Gefangenen und Unterdrückten." Barbara sei von ihrem Vater in einen Turm gesperrt worden, als sie sich weigerte, den Mann zu heiraten, den er für sie bestimmt hatte.

Was Esser und Münch als Organisatoren der Glehner Pfarrwallfahrt freut: dass es jetzt im Jugendheim auf Voranmeldung eine Bewirtung gibt. Größere Gruppen können sich morgens und in diesem Jahr zum ersten Mal auch abends verpflegen lassen. Damit wird ein Mangel behoben, seitdem die "Dorfklause" im September 2011 nach dem plötzlichen Tod von Wirtin Margret Deppich geschlossen wurde. "Im vorigen Jahr war das prima organisiert und keinesfalls eine Notlösung", sagt Theo Esser: "Wenn das Ziel erreicht und alles läuft auseinander, bekommt man die Leute mit Essen und Trinken zusammen."

Anmeldungen zum Frühstück oder zum Abendimbiss sind möglich unter Telefonnummern 02182 50068 oder 02182 4475.

(kvm)