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Basketball: Der kanadische Basketball-Ritter kehrt heim

Basketball : Der kanadische Basketball-Ritter kehrt heim

Der ehemalige Center der Elephants Grevenbroich verlässt Deutschland nach 16 Jahren. Alte Teamkollegen sagten Whitney Harris ade.

Der in der kommenden Saison wieder für die Elephants Grevenbroich auflaufende John Bynum mag der beste Basketballer sein, der jemals in der Schlossstadt auf Korbjagd gegangen ist, aber Whitney Harris ist definitiv der beliebteste. Der 2,06 Meter große Center mit der Nummer 13 und den stets bis zu den Knien reichenden weißen Strümpfen war von 2001 bis 2007 an der Erft am Ball. Und das Gesicht einer Mannschaft, die in der Zweiten Bundesliga Nord regelmäßig mehr als 1000 Zuschauer in die Halle lockte.

Foto: Gerald Burbach

Doch nun ist der "Kanadische Ritter" in seine Heimat zurückgekehrt. Zur Überraschungsparty für ihn und seine Freundin Lena hatte Gerald Burbach, stellvertretender Vorsitzender der Elephants, als der zuletzt in Schwelm und Hagen tätige Harris vor zwölf Jahren nach Grevenbroich wechselte, alte Weggefährten nach Aldenhoven gelotst.

Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Der längst in Köln heimisch gewordene US-Amerikaner Michael Davis und Martin "Captain Crunch" Trefzger waren mit ihren Familien gekommen, dazu Sven Klesper, Mathias "Jolly" Gierth, Sergej Dornhof, Juppi Grips und natürlich sein langjähriger Trainer und Freund Raphael Wilder (Schwelmer Baskets). Der härteste Kritiker, aber auch größte Fan des Kanadiers: "Whitney war eine Bank. Du wusstest, er bringt dir regelmäßig sieben bis acht Rebounds und 15 bis 20 Punkte. Er fehlte pro Jahr maximal bei einem Training und hat in seiner Zeit bei uns nie ein Spiel verletzt ausgesetzt. Es gab für ihn keine Schmerzen, er hätte im Notfall auch mit einem gebrochenen Fuß gespielt."

In mehr als anderthalb Jahrzehnten hat Harris erlebt, wie Deutschland immer stärker amerikanisiert wurde. "Halloween wird jetzt groß gefeiert. Und als ich 1997 nach Herten gekommen bin, hat das Einkaufszentrum am Samstag noch um 14 Uhr zugemacht, was für mich als Langschläfer eine echte Katastrophe war ..." Trotzdem ist Deutschland für den Jungen aus der kanadischen Kleinstadt Moose Jaw ("Elchkiefer") zu einer zweiten Heimat geworden. "Ein sehr korrektes Land", findet er: "Man kann hier gut leben, und es gehört zu den besten Ländern in der Welt, um hier zu arbeiten und Kinder großzuziehen. Schade nur, dass die Deutschen und auch viele Einwanderer dies nicht zu schätzen wissen." Ihm sei jedoch von Anfang an klar gewesen, dass er irgendwann nach Kanada zurückkehren werde, sagt der 40-Jährige, der noch in der vergangenen Saison beim TSV Hagen (2. Regionalliga) gespielt hatte.

Fürs Erste kommen er und Lena, deren Familienwurzeln in Kroatien liegen, bei der Schwester in Okotoks, einer Trabantenstadt von Calgary, unter. Basketball wird der Absolvent der Uni von Saskatchewan (Chemie), der in Schwelm zuletzt in einem Ingenieurbüro "als Mädchen für alles" gearbeitet hatte, dort nicht mehr spielen. "Dafür sehr viel Golf", sagt er lachend und verspricht: "Ich werde Deutschland nicht immer fernbleiben." Tschüss, Whitney!

(NGZ)