1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Jüchen: Jüchener Bach wird naturnah gestaltet

Jüchen : Jüchener Bach wird naturnah gestaltet

Der Erftverband hat dem Flüsschen zwischen Bissen und Herberath ein neues Bett gegraben. Naturschützer aus Jüchen richteten den noch kahlen Bachlauf mit Totholz her. Jetzt können sich dort Kleinstlebewesen ansiedeln.

Einen neuen Lebensraum für Kleinstorganismen wie Bachflohkrebse, Stichlinge und Steinfliegenlarven am Jüchener Bach schaffen — daran hat jetzt der Nachwuchs des "Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)" gearbeitet. Dafür haben die Naturschützer abgestorbenes Holz in das Bett des Baches eingearbeitet. "Bisher war dort alles kahl" ", erläutert Luzie Fehrenbacher, Leiterin der Ortsgruppe Jüchen der Naturschutzorganisation. Voraussetzung für die Aktion: Der Erftverband hat — zuletzt in dem Bachabschnitt zwischen den Dörfern Bissen und Herberath — ein neues Bett für das Gewässer gegraben.

Die naturnahe Wiederherstellung (Renaturierung) des Jüchener Baches ist ein Projekt, das der Erftverband in Bergheim bereits seit mehreren Jahren verfolgt, wie dessen Sprecherin Luise Bollig erläutert: "An dem 18 Kilometer langen Gewässer gibt es insgesamt neun Renaturierungsprojekte; acht davon hat der Erftverband umgesetzt."

Im vergangenen Jahr wurde als vorerst letzte Maßnahme ein 280 Meter langer Bereich zwischen Bissen und Herberath neu gestaltet. Statt eines schnurgeraden Verlaufs parallel zur Straße gibt es nun mehr Kurven; Abschnitte mit schnell und langsam fließendem Wasser wechseln sich ab. "Außerdem wurden — anders als früher — nicht Pappeln, sondern für die Region typische Bäume wie Eschen und Erlen an den Ufern gepflanzt", so Luise Bollig. Mit schwerem Gerät wurde zunächst ein neues Bett für den Bach gegraben — ein Bett, das die Naturschützer nun möglichst behaglich für Kleinstlebewesen herrichten.

Theoretisch hätte man auch 20 Jahre warten können, bis die Natur den Bach wieder in Besitz nimmt und als Lebensraum anerkennt. Doch die Jüchener Naturschützer wollten diesen langsamen Prozess etwas beschleunigen, haben jetzt für die Inneneinrichtung des neu modellierten Betts gesorgt. "Die kleinen Bachbewohner werden, wenn sie nichts zum Festhalten vorfinden, von der Strömung fortgerissen, erläutert Luzie Fehrenbacher. Deshalb haben die jungen "BUNDSpechte", unterstützt von erwachsenen Naturschützern, Baumstämme und dicke Äste in den Bach eingebaut. Dieses Material hatte der Erftverband zur Verfügung gestellt. Damit das Holz nicht von der Strömung fortgerissen wird, musste es befestigt werden: Lange Stämme wurden parallel zum Ufer eingegraben. Kürzere Stöcke wurden mit Pflöcken, die senkrecht in die Bachsohle eingeschlagen wurden, befestigt. An diesen natürlichen Hindernissen sollen sich Laub und Halme verfangen — Andockpunkt für Miniorganismen und eine Quelle, in der sie Nahrung finden.

Doch die Naturschützer finden in den renaturierten Bachläufen wie bei Herberath noch mehr: "Immer wieder sammelt sich dort Abfall", sagt Luzie Fehrenbacher. Kontrollgänge wird es also auch in Zukunft geben: nicht nur zur Säuberung, sondern auch, um gelöstes Totholz wieder zu befestigen.

(NGZ/url/rl)