Jüchen : Halle darf nicht teurer werden

Das Düsseldorfer Architektenbüro RKW hat den Wettbewerb für die Dreifachhalle gewonnen. Die Planer stellten gestern Abend im Planungsausschuss vor, wie sie den engen Kostenrahmen von 3,5 Millionen Euro halten wollen.

3,5 Millionen Euro und keinen Cent mehr — das ist der klare Rahmen, an den sich das Düsseldorfer Architektenbüro RKW halten muss. Die Planer haben den Wettbewerb für die Dreifachhalle Bedburdyck-Gierath gewonnen und legten gestern im Bau- und Planungsausschuss erstmals konkrete Zahlen vor. Das Ergebnis: 3,499 Millionen Euro. "Wir haben uns sehr angestrengt, um dieses Ziel zu erreichen, ohne auf Funktionalität zu verzichten", sagte Architekt Andreas Middendorf.

"Wünsche berücksichtigen"

Die neue Dreifachturnhalle fordert von der finanzschwachen Gemeinde einen Klimmzug: Der Rhein-Kreis Neuss als Finanzaufsicht hatte das Geld nur über eine Investitions-Dringlichkeitsliste zur Verfügung gestellt. Auch der Etat musste für das Millionen-Bauprojekt geändert werden: Dafür müssen etwa Straßenausbauten verschoben werden.

Weniger Flächen "Auf Flächen verzichten statt auf Funktionalität": Das soll etwa gelingen, dass statt zwei Treppenaufgängen nur einer realisiert wird. Zudem sollen die Nebenräume und die Technikzentrale im Untergeschoss verkleinert werden.

Andere Heiztechnik Ursprünglich sollte — so Dirk Schwarz von " R & S Haustechnik" — mit Gas-Brennwert-Technik geheizt werden. Nach den überarbeiteten Plänen will man jetzt eine gasbetriebene Wärmepumpe einsetzen, die "höhere Nutzwerte" bietet.

Brandschutz Die Dreifachhalle soll nicht als Versammlungsstätte für mehr als 400 Menschen angelegt werden. "Wir gehen jetzt davon aus, dass entweder die Halle oder der Jugendraum mit Foyer separat genutzt werden. Sie bieten jeweils Platz für 200 Gäste", erläutert Architekt Dirk Tillmann. Dadurch können andere Brandschutz-Auflagen erfüllt werden — etwa für Deckenmaterialien — als bei einem stärker genutzten Treffpunkt.

Kosten für Wasser Um die Folgekosten zu minimieren, soll warmes Wasser über eine Art Durchlauferhitzer fließen. So müsse es, laut Dirk Schwarz, nicht "ungenutzt bei 60 Grad bereitgehalten werden, was kostenintensiv ist."

Die SPD hatte beantragt, die Folgekosten für die Halle zu prüfen. Sie wollte Einsparpotenziale nutzen, indem die Halle nach Passivhausstandards errichtet wird. "Eine Nachrüstung — etwa mit einer Lüftumgsanlage — ist ohne Probleme möglich", erläuterte Middendorf. Er rechnete vor, dass eine Investition von "200.000 bis 250.000 Euro" in Passivstandards eine Ersparnis von "rund 2500 Euro bringe — pro Jahr". Daraufhin zog Wolfgang Kaisers den Antrag zurück.

(NGZ)