Remscheid: Wenn der Tunnel zur Feuerfalle wird

Remscheid: Wenn der Tunnel zur Feuerfalle wird

Dichter Rauch steigt aus dem Büchener Tunnel in Vieringhausen empor. Ein Zug hat Feuer gefangen und steckt mitten in dem etwa 100 Meter langen Tunnel fest. Zwei Personen werden vermisst. Gegen 11.20 Uhr geht der Notruf bei der Feuerwehrleitstelle in Duisburg ein, die ihn an Remscheids Löscheineinheiten der freiwilligen Feuerwehr weiterleitet. Etwa 11.30 Uhr gellen die ersten Sirenen. Löschzüge fahren vor. Die Rettungskräfte setzen Atemschutzmasken auf und erkunden vorsichtig die steile Böschung, die zum Tunnel führt.

"Was ist hier los?", fragt ein Passant verängstigt. "Es ist nur eine Übung", antwortet der Pressebeauftragte der Remscheider Berufsfeuerwehr, Wolfgang Krömer. Der Mann geht erleichtert weiter. Alles andere als erleichtert war Einsatzleiter Patrick Gröne, der die bis zu 80 Helfer der freiwilligen Feuerwehr bei der Übung koordinierte. "Im Ernstfall wäre es für die Vermissten eng geworden", sagte Gröne nach dem ersten von zwei simulierten Einsätzen.

Hauptkritikpunkt waren die langen Rettungszeiten bei der Personenbergung. Das ist vor allem bedenklich, da die Kräfte der freiwilligen Feuerwehr nicht wussten, dass es eine Übung war und von einem Ernstfall ausgehen mussten. "Der Ablauf muss besser werden", meint Gröne. Er weiß, dass die freiwilligen Feuerwehrleute eigentlich belastbarer sind.

Die Zusammenarbeit mit dem Bahnbetreiber Abellio, der einen seiner Züge zur Verfügung stellte, und die Tatsache, dass der Streckenabschnitt wegen der Bauarbeiten an der Müngstener Brücke noch immer gesperrt ist, ermöglichte die Übung. Um mehr Routine bei Einsätzen auf Gleisbetten zu bekommen, möchte die Feuerwehr in Zukunft häufiger mit Abellio ähnliche Szenarien entwickeln. Die Idee für die erste Simulation hatten die freiwilligen Feuerwehrmänner Tobias Tributh und Sascha Ploch.

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Dass der Test nicht optimal verlief, lag womöglich auch an der anspruchsvollen Aufgabe. "Es war wirklich schwer", meinte Gröne. So sei vor allem die Orientierung auf einem fremden Gelände und in einem verrauchten Tunnel eine Herausforderung. Um in dem dichten Qualm überhaupt arbeiten zu können, mussten die Rettungskräfte spezielle Atemmasken aufsetzen, die zwar eine doppelte Einsatzzeit ermöglichen, aber dafür knapp 20 Kilogramm wiegen. "Zusammen mit den bis zu 40 Kilo schweren Schläuchen kommt einiges zusammen", sagt Gröne.

Auch die Puppen, die die Vermissten simulierten, wogen noch einmal 80 Kilogramm, um den Test realistisch zu gestalten.

(RP)
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