Benefiz-Marsch der Rheinberger Feuerwehrleute „Wir sind für jeden Cent dankbar“

Rheinberg · Nach dem Marsch über 51 Kilometer haben die Rheinberger Feuerwehrmänner Jens Gallois und Christoph Hangert die Spardose geleert. 385,63 Euro waren drin. Die werden auf 500 Euro aufgestockt. Ebenso viel ist auf dem Spendenkonto – bis jetzt.

51 Kilometer für mehr als 1000 Euro
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Feuerwehrleute laufen 51 Kilometer für mehr als 1000 Euro

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Foto: Armin Fischer (arfi)

Die Füße haben sich inzwischen erholt. Aber der Gewaltmarsch der beiden Feuerwehrmänner Jens Gallois und Christoph Hangert wirkt nach. Vor allem emotional. „Die Unterstützung, die wir erfahren haben, ist unglaublich“, sagte Jens Gallois am Sonntagabend. Genau 385,63 Euro waren am Ende nach 51 anstrengenden Kilometern Fußmarsch in voller Feuerwehrmontur in der kleinen blauen Spendendose. „Den Betrag werde ich aus eigener Tasche noch auf 500 Euro aufstocken“, kündigte Gallois an. Auf dem Spendenkonto, das die beiden Marschierer für die gute Sache eingerichtet haben und auf das man noch bis Freitag einzahlen kann, ist noch einmal die gleiche Summe eingegangen. „Mit so viel Geld haben wir niemals gerechnet. Unglaublich“, sagte der 40-Jährige.

Das Geld wird geteilt. Jens Gallois überweist seinen Anteil an den Spendeneinnahmen an den Kinderhospizdienst Ruhrgebiet mit Sitz in Witten. Sein Kamerad Christoph Hangert hat sich das Tierheim in Geldern ausgesucht, das er gerne finanziell unterstützen möchte. „Als Berufsfeuerwehrmann kann ich mir keinen Hund halten, den hätte ich sonst aus dem Tierheim adoptiert“, erzählte er auf Nachfrage der Redaktion. „Daher freue ich mich, auf diese Weise ein wenig helfen zu können.“ Das Tierheim plane gerade, einen neuen Zwinger zu bauen, und könne daher die Finanzspritze sehr gut gebrauchen.

Jens Gallois aus Rheinberg hatte, nachdem die Idee für den Marsch der guten Tat stand, im Internet recherchiert und war da auf den Hospizdienst in Witten gestoßen, der sich weitgehend ehrenamtlich um Familien mit unheilbar kranken Kindern kümmert. „Die machen wertvolle Arbeit und sind dringend auf Spenden angewiesen“, so der Rheinberger. „Ich habe einen kerngesunden Sohn und kann auf diese Weise etwas zurückgeben.“

Unabhängig vom Geld haben die beiden am Sonntag nach dem langen Marsch ganz unmittelbar erfahren, wie dankbar die Menschen sind, für die sie die ungewöhnliche Aktion gestartet haben. Am Nachmittag haben sie sich mit der Leiterin des Hospizdienstes, Birgit Schyboll, und einer Familie getroffen, die den Dienst in Anspruch nimmt. Dazu waren die beiden Berufsfeuerwehrleute mit dem Auto angereist und hatten ihre schwere Einsatzmontur gegen die Freizeituniform mit Schlips und Kragen ausgetauscht. Es war eine herzliche Begegnung, bei der die Kinder die beiden Männer mit Fragen gelöchert haben.

„Es ist unglaublich, was die beiden auf sich genommen haben, um unsere Arbeit zu unterstützen“, sagte Birgit Schyboll. „Sie sind nicht nur gut zu Fuß, sondern haben auch ein ganz großes Herz. Einfach großartig.“ Das werde ganz sicher noch die Kinder und Jugendlichen in der nächsten Woche bewegen, wenn’s zu einer Familien-Freizeit an die Nordsee geht. Jens Gallois gibt den Dank gerne weiter an die vielen Spender: „Wir sind für jeden Cent dankbar.“

 Verdient nach 51 Kilometern Fußmarsch: Bei der Ankunft an Feuerwache II in Essen-Borbeck haben Jens Gallois und Christoph Hangert mit einem Bierchen angestoßen.

Verdient nach 51 Kilometern Fußmarsch: Bei der Ankunft an Feuerwache II in Essen-Borbeck haben Jens Gallois und Christoph Hangert mit einem Bierchen angestoßen.

Foto: FW
Am Sonntagnachmittag haben sich die Feuerwehrmänner in Ausgehuniform mit Familien und Mitarbeiterinnen des Hospizdienstes Ruhrgebiet getroffen.

Am Sonntagnachmittag haben sich die Feuerwehrmänner in Ausgehuniform mit Familien und Mitarbeiterinnen des Hospizdienstes Ruhrgebiet getroffen.

Foto: FW

Der ambulante Hospizdienst kennt in seinem Einzugsbereich rund 400 Familien, in denen ein schwerkrankes Kind lebt. Zurzeit, so die Leiterin, kümmere man sich um etwa 40. Ehrenamtliche kommen täglich für ein paar Stunden ins Haus, um den Alltag der Familien etwas leichter zu machen und sie ein wenig aufzufangen. Die ambulante Hilfe sei enorm wichtig: „Kinder gehören in die Familie. Bis zuletzt.“

(bp)
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