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Romantischer Rap aus dem Bergischen Land

Zwei Remscheider machen Musik : Romantischer Rap aus dem Bergischen Land

Rap und Hip Hop sind in Remscheid unter jungen Musikern weit verbreitet. Allerdings – und das bemängeln der 26-jährige Manuel Paul und der 28-jährige Christopher Wirth – oft mit einer typischen Ausrichtung der Texte.

„Alle rappen über Drogen, das Gangsta-Ding und oft auch frauenfeindlich. Davon wollen wir uns ganz klar abheben“, sagt Paul. „Wir wollen andere Themen machen“, bestätigt Wirth. Unter dem Label „Bergland Romantik“ haben die beiden sich zusammengetan und produzieren seitdem neue Beats und Songs. „Manche bekommen wir von unserem Freund Tonino Palumbo alias Urban Beatz, andere produzieren wir selbst“, sagt Wirth, der eigentlich gelernter Bäcker ist, aber hauptberuflich im Garten-Landschaftsbau arbeitet.

In ihren Songs setzen sich die beiden Musiker mit alltäglichen Themen auseinander. „Ich will den Leuten zeigen, was ich denke und fühle. Das soll kein Prollgehabe sein, sondern Themen, die die Menschen ansprechen, weil sie sich darin selbst wiederfinden können“, sagt Paul, der im wirklichen Leben als Maschinen- und Anlagenbediener arbeitet. Themen, die das Duo in seinen Texten behandelt, beschäftigen sich etwa mit der Corona-Krise. „Oder es geht um Beziehungsprobleme, die jeder kennt und jeder schon mal hatte“, sagt Wirth. Auch Politisches, das Remscheid betreffe, finde sich in den Texten wieder.

Natürlich kommen die Tracks von „Bergland Romantik“ aber auch nicht ohne die eine oder andere Dicke-Hose-Metapher und ein bisschen Übertreibung aus. „Aber wir machen schließlich aus dem Herzen heraus unsere Musik. Und manche Übertreibung hilft eben dabei, deutlich zu machen, worum es gehen soll“, sagt Wirth.

Bevor sie sich unter dem Crew-Namen „Bergland Romantik“ zusammengetan haben, haben die beiden Remscheider für sich Musik gemacht. „Wir haben uns tatsächlich über Instagram kennengelernt. Ich fand ein Video von Manuel ziemlich gut und habe ihn daraufhin angeschrieben“, sagt Wirth. Da wussten sie noch nicht, dass sie in der gleichen Stadt lebten. „Das war dann tatsächlich eine Überraschung“, bestätigt Paul lachend.

Musikalisch und inhaltlich seien sie direkt auf einer Wellenlänge gewesen. „Das hat von Anfang an gut geklappt“, sagt Wirth. Die beiden Rapper schreiben sowohl zusammen als auch jeder für sich. „Aber bevor wir etwas aufnehmen, sprechen wir die Inhalte miteinander ab“, sagt Wirth. Paul ergänzt: „Wir sind in einer Position, in der wir von vielen Leuten gehört werden. Deswegen ist es uns wichtig, dass wir hinter den Lines des Anderen stehen können.“

Nicht nur in Zeiten von Corona sind die Sozialen Netzwerke wie YouTube oder Instagram für junge Musiker ein wichtiges Vehikel, um Aufmerksamkeit und Publikum zu bekommen. „Wir sind natürlich in beiden Netzwerken vertreten, dort gibt es unsere Songs zu hören“, sagt Paul. Ein eigener Kanal für „Bergland Romantik“ sei bereits in Planung. Und auch über Bühnenerfahrung verfügt der 26-Jährige bereits. „Ich bin schon im Jugendzentrum Welle aufgetreten und auch beim Newcomer-Band Festival.“ Eigentlich sollte auch schon die erste EP mit dem Titel „Bergland Romantik EP Vol. 1“ über die Streaming-Portale veröffentlicht worden sein. „Wir haben die Tracks fertig, aber wegen Corona haben wir die Veröffentlichung noch aufgeschoben – schließlich soll es auch eine fette Release-Party dabei geben“, sagt Wirth. Die EP wird es dann kostenlos zum Download geben. „Uns geht es ausschließlich um die Musik“, betonen die beiden Rapper einhellig.