Remscheid: „Kraftstation ist ein Ort der Begegnung“

Interview Christin Pomp : „Kraftstation ist ein Ort der Begegnung“

Christin Pomp leitet den Jugendkulturbereich in der Kraftstation. Mit uns hat sie über ihre Arbeit gesprochen.

Was sind die Schwerpunkte ihrer Arbeit?

Pomp Ich leite den Jugendkulturbereich der Kraftstation, in dem wir mit anderen Bereichen, etwa der offenen Tür, der Medienarbeit und der schulbezogenen Jugendarbeit, zusammenarbeiten. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist es, Kooperationen mit anderen Akteuren in Remscheid zu schließen, also gemeinsame Aktionen auf die Beine zu stellen. Hauptsächlich bin ich für die Veranstaltungen zuständig, organisiere Konzerte oder Lesungen. Dafür bin ich Projektmanagerin. Das heißt, ich besorge die Mittel und plane, organisiere und führe die Veranstaltungen gemeinsam mit meinem Team durch.

Wie groß ist denn das Team?

Pomp Wir sind in der Kraftstation vier hauptamtlich Angestellte, wobei Heike Nolden für die OGS dabei ist. Axel Osthöfer wird ab sofort die Offene Tür leiten. André Sobiralski, der lange dafür zuständig war, leitet jetzt die schulbezogene Jugendsozialarbeit und ist weiter im Medienbereich tätig.

Welche Projekte laufen besonders gut?

Pomp Im offenen Bereich ist ein Highlight das Hip-Hop-Studio, das wir jetzt mit neuer Technik und neuer Dämmung ausbauen konnten. Das betreut ein Mitarbeiter auf Honorarbasis, der selbst leidenschaftlich Hip-Hop macht. Bei ihm können die Jugendlichen Termine vereinbaren und ihre Musik im Studio aufnehmen. Das läuft sehr gut. Neu angefangen haben wir mit unserem „FabLab“. Dafür haben wir unsere Kreativwerkstatt umgebaut, in der wir bislang mit Holz und Farben handwerklich gearbeitet haben. Nun haben wir einen 3D-Drucker und zusätzliche technische Komponenten hinzugefügt, sodass die Verbindung zwischen Technik und Handwerk besteht. Das läuft ebenfalls gut. Ein schönes Projekt, das allerdings noch wächst.

Gibt es Projekte, die eingestampft werden müssen?

Pomp Eingestampft haben wir nichts. Wir können manche Aktionen nicht fortführen, weil wir nicht das Personal haben, um an allen Fronten jedem Thema ewig lange auf den Grund zu gehen.

Welche Jugendliche spricht das Angebot an?

Pomp Unser Angebot spricht die Jugendlichen in der ganzen Stadt an. Die Kernzielgruppe ist sechs bis
21 Jahre alt. In Ausnahmefällen, etwa bei Konzerten, haben wir auch noch ein anderes Publikum dabei, so im Alter bis 27 Jahre. Schwerpunktmäßig haben wir den Kinderbereich sechs bis 13 Jahre und im Jugendbereich 14 bis 21 Jahre. Zusätzlich machen wir aber auch in der Sekundarstufe I kulturelle Bildungsangebote an den Schulen und sind mit Projektarbeiten, medienpädagogischen Projekten oder Theater ganz gezielt dort vertreten. Dadurch haben wir einen starken Kontakt in die Schulen und zu den Jugendlichen. Grundsätzlich steht unser Angebot aber allen Jugendlichen offen. Wir achten darauf, die Barrieren möglichst niedrig zu halten.

Wie funktioniert denn die Integration von Jugendlichen in der Kraftstation?

Pomp Unser Vorteil ist die relativ zwanglose Begegnung. Man kommt zu uns, weil man bestimmte Angebote wahrnimmt, weil es ein Ort der Begegnung ist. Wenn man sieht, wie schnell die Jugendlichen Kontakte knüpfen, gelingt die Integration ganz gut.

Also gehen die Jugendlichen neugierig aufeinander zu?

Pomp Auf jeden Fall. Das Hip-Hop-Studio ist beispielsweise eine große Bereicherung, weil verschiedene Menschen durch die Musik zusammenfinden. Aber es ist auch unsere Aufgabe, Themen zu platzieren, um ins Gespräch zu kommen. Natürlich kann man nicht so tun, als gebe es keine Probleme. Gerade bei Jugendlichen, die irgendeinen Satz daher sagen, den sie irgendwo aufgeschnappt haben. Wir hören nicht auf, über Dinge zu sprechen, nur weil sie unangenehm sein könnten.

Sie haben das Hip-Hop-Studio mehrfach angesprochen. Das lockt in der Regel viel mehr Jungs als Mädchen an. Gibt es genug Angebot für die weibliche Zielgruppe?

Pomp In der Offenen Tür haben wir immer wieder Angebote, wir kochen zusammen oder bieten Theaterprojekte an, woran sie sich beteiligen können. Wir machen aber auch immer wieder spezielle Projekte, wie beispielsweise jetzt mit der Caritas zum Weltfrauentag. Mädchen können mit einer Comiczeichnerin arbeiten. Wir hatten den Mädchen-Flohmarkt und das „FabLab“ ist unter anderem dafür da, dass sich Mädchen mit Technik auseinandersetzen. Da geht es uns aber auch wieder darum, Angebote so zu gestalten, dass sie für möglichst viele Menschen interessant sind.

Gibt es in diesem Jahr neue Projekte, die Sie in der Kraftstation gerne umsetzen würden?

Pomp Das ist immer eine Geldfrage. Im Moment warte ich noch auf die ganzen Zusagen. Aber toll ist unter anderem, dass hinter dem Haus der Quartiersplatz entsteht. Ich bin beispielsweise dafür, dass wir aus der Kraftstation noch mehr Kunst in den öffentlichen Raum streuen.