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Remscheid: Taxifahren soll ab April teurer werden

Remscheid : Taxifahren soll ab April teurer werden

Nach vier Jahren ohne Veränderung sollen die Preise um neun Prozent steigen. IHK nennt Erhöhung gerechtfertigt.

Rund vier Jahre lang waren die Preise stabil. Zum 1. April nun soll Taxifahren in Remscheid teurer werden. Die Steigerung zum bisherigen Tarif liegt bei etwas über neun Prozent. Dem Rat liegt ein entsprechender Antrag der Funktaxi-Vereinigung Remscheid vor.

Eine durchschnittliche Fahrt am Tag über eine Strecke von 3,8 Kilometern soll demnach 12,54 Euro statt wie bis bisher 11,48 Euro kosten. Für eine vergleichbare Fahrt an Sonntagen oder in der Nacht würden 11,92 Euro statt wie bisher 11,86 Euro fällig. Die Steigerung setzt sich aus einer Erhöhung der Grundgebühr und einer Anhebung des Preises pro gefahrenem Kilometer zusammen.

Die Funktaxi-Vereinigung Remscheid begründet die Erhöhung unter anderem mit gestiegenen Personalkosten. Die zum Jahresstart erfolgte Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns sei bereits die zweite Steigerung seit der letzten Anhebung der Taxipreise im Jahr 2015. Außerdem werden höhere Ausgaben für KFZ-Versicherungen und Fahrzeuge sowie für Wartungs- und Reparaturkosten ins Feld geführt.

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Höhere Kosten verursacht zudem die 2016 erfolgte Einführung der sogenannten Konformitätserklärung. Die Neuzulassung eines Taxis sei dadurch deutlich komplizierter und teuer geworden. So wird dadurch unter anderem eine Dokumentation der vom Werk eingebauten Messinstrumente nötig, berichtet der Vorsitzende der Funktaxi-Vereinigung, Armin Schötz, auf Anfrage unserer Zeitung. Anstatt ein neu gekauftes Taxi sofort zulassen zu können, muss der Wagen zunächst privat zugelassen werden, um dann nach Erfüllung aller Auflagen als Taxe erneut zugelassen zu werden. Mehrkosten von 400 bis 500 Euro kämen dabei schnell zusammen.

Die bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat den Antrag geprüft und hält die beantragte Erhöhung unter anderem vor dem Hintergrund der Erhöhung des Mindestlohns für „grundsätzlich gerechtfertigt“. Denn „nur ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen kann einen guten Taxiverkehr gewährleisten“. Ein Vergleich mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) zeige zudem, dass der VRR die Preise im Vergleichszeitraum um zusammengerechnet 9,3 Prozent erhöht habe. Anders als der VRR erhalte das Taxigewerbe „keinerlei Subventionen“.

In Anbetracht der Tatsache, dass die vorausgegangene Erhöhung im Jahr 2015 erst nach langen Verhandlungen des Rates zustandegekommen war, hält es die IHK für wünschenswert, wenn die beantragte Erhöhung „möglichst kurzfristig umgesetzt werden könnte.“

Eine jährliche Anpassung der Tarife in kleinen Schritten sei dem Kunden sicherlich einfacher zu vermitteln, vermutet Armin Schötz. Weil die Taxi-Konzessionen aber von der Stadt vergeben werden und jede Erhöhung durch die politischen Gremien abgesegnet werden muss, sei es zu aufwendig, dieses Verfahren in kürzeren Abständen anzustrengen. Läuft alles glatt, werden zwischen der Antragstellung und der Umstellung sieben Monate liegen.

Beratung Die Änderung des Taxitarifes steht morgen auf der Tagesordnung des Hauptausschusses.