Remscheid: Eltern reden beim Thema Kitas jetzt mit

Betreuung in Remscheid : Eltern reden beim Thema Kitas jetzt mit

Janet Schmidt ist die erste Vorsitzende des neu gegründeten Jugendamts-Elternbeirates. Den damit verbundenen Sitz im Jugendhilfeausschuss der Stadt will sie aktiv für die Interessen der Eltern und ihrer Kinder nutzen.

Wie komme ich an einen Kita-Platz für mein Kind? Und was mache ich, wenn es keine freien Plätze mehr gibt und das Jugendamt mir rät, stattdessen die Betreuung selber zu Hause zu organisieren – etwa mit Hilfe der Großeltern?

Für diese und viele andere Fragen haben Eltern und Alleinerziehende mit kleinen Kindern in Remscheid jetzt einen Ansprechpartner aus den eigenen Reihen. Ende 2018 wurde der erste Jugendamts-Elternbeirat in Remscheid gegründet. In ihm sitzen Vertreter aus 15 Elternbeiräten der insgesamt rund 60 Kindertagesstätten in der Stadt. Das Kinderbildungsgesetz Kibiz ermöglicht bereits seit 2011 die Mitwirkung von Eltern auf lokaler Ebene in der Kita-Politik. Erstmals kamen in Remscheid nun genug Eltern zusammen, um einen Beirat zu gründen

Janet Schmidt (34) ist die Vorsitzende des neuen Gremiums. Die Mutter von zwei Jungs im Alter von sechs und drei Jahren (beide haben einen Betreuungsplatz in der Kita Hoppelhase bei der Firma Vaillant) möchte die Elternsicht in die Arbeit mit Politik, Kitaträgern und Jugendamt einbringen. Als Vorsitzende des Beirates hat sie einen Sitz und Stimmrecht im Jugendhilfeausschuss der Stadt. Hier werden alle Fragen rund um das Thema Kinder- und Jugendarbeit entschieden.

Dass sie ihre Rolle aktiv gestalten will, machte sie gleich in der ersten Sitzung des neuen Jahres deutlich. Was die Stadt für die vielen Eltern tun wolle, die für das im Sommer startende Kindergartenjahr keinen Kita-Platz bekommen haben, wollte Janet Schmidt wissen und löste damit eine lebhafte Diskussion aus. Beim Besuch in der BM-Redaktion machte die Beirats-Vorsitzende deutlich, dass es noch viele andere Themen gibt, die sie im Ausschuss ansprechen möchte. Dazu gehört etwa der Wunsch nach flexibleren Öffnungszeiten der Kindertagesstätten, um Beruf und Familie besser miteinander verbinden zu können. Für Alleinerziehende sei es oft kaum möglich, Vollzeit zu arbeiten, weil sie die Zeitfenster von Job und Kita nicht übereinander bekommen, weiß die Vaillant-Mitarbeiterin aus vielen Gesprächen in ihrem Bekanntenkreis. Ebenfalls auf ihrem Arbeitszettel: Die Ernährung in den Einrichtungen und die Gestaltung der Außengelände.

„Ich bin Mama mit Leib und Seele“, sagt Janet Schmidt. Sich für die Belange der Kinder einzusetzen, sei für sie eine Herzensangelegenheit. So möchte sie unter anderem das Projekt „Kleine Helden“ unterstützen, das sich für Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren engagiert, die aus schwierigen Lebensverhältnissen kommen.

In ihrer neuen Funktion will sie sowohl Anwalt der Eltern als auch Partner der Stadt sein, etwa indem sie hilft, Investoren und Betreiber für den Bau neuer Kindertagesstätten zu finden. Mit Kita-Koordinator Werner Grimm habe sie sich dazu schon ausgetauscht. Thema bei ersten Gesprächen des Beirates mit der Stadt war auch der Aufbau einer Internetseite, auf der sich Eltern über die Aufgaben des Jugendamts-Elternbeirates informieren können. Vorbilder dafür gibt es in Kommunen, in denen schon länger Beiräte existieren. In Düsseldorf etwa werden Eltern im Internet gleich in vier Sprachen informiert.