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Remscheid: Hummel und ihre acht Welpen

Boxer-Nachwuchs in Remscheid : Hummel und ihre acht Welpen

Im Esszimmer von Familie Fritzsche herrscht Ausnahmezustand: Vor zwei Wochen sind dort acht Boxerwelpen zur Welt gekommen. Aufmerksam bewacht werden sie nicht nur von den Züchtern, sondern auch von Muttertier Hummel.

Hummel ist aufgeregt. Die Boxerdame bellt laut und lässt die Besucher im Esszimmer nicht aus den Augen. Jeder Fremde, der sich ihren Welpen nähert, muss mit dem Argwohn der Hündin rechnen. Hummel beschützt ihre Jungen – lautstark und leidenschaftlich. „Sie hat ein sehr mütterliches Wesen“, sagt Iris Fritzsche, „und sie geht mit den Kleinen ganz rücksichtsvoll und lieb um“.

Am 6. August brachte die Boxerdame – nach einer erfolgreichen Verabredung mit Rüde Pilgrim von Hofmannstal – ihre Welpen zur Welt. Und seitdem herrscht nicht nur bei Hummel Ausnahmezustand, sondern auch bei Familie Fritzsche. Die acht kleinen Tiere haben ihr Quartier im Esszimmer bezogen, kuscheln sich eng aneinander und haben gerade zum ersten Mal ihre Augen geöffnet. Sie versuchen sich an den ersten Schritten, bevor sie meist noch einknicken und etwas frustriert über die Decke rollen. Acht Wochen bleiben die Welpen bei Hummel, bevor sie an die neuen Besitzer weitergegeben werden.

Davon ahnt Hummel wohl noch nichts. Jede Nacht legt sie sich zu ihren Welpen – während auch Werner Fritzsche sein Quartier ins Esszimmer verlegt hat. „Er hat einen leichten Schlaf in diesen Tagen“, sagt seine Frau. Sobald die Tiere leise Geräusche von sich geben, wirft Werner Fritzsche einen Blick auf die Tiere, überprüft, ob es ihnen gut geht und kümmert sich um Hinterlassenschaften. Und auch am Tag hat Familie Fritzsche alle Hände voll zu tun – sie unterstützt Hummel mit einer Flasche beim Füttern und lässt die Welpen kaum aus den Augen.

Für Iris und Werner Fritzsche ist es bereits der elfte Boxerwurf, den sie begleiten. „Aber es bleibt immer etwas Besonderes“, sagt die Hobby-Züchterin und erzählt von der Nacht der Geburt. Hummels Temperatur sei nachts gefallen, sie habe zu hecheln begonnen, die Geburt habe sich angedeutet. Die ersten sechs Welpen des K-Wurfs kamen ohne Probleme auf die Welt, die letzten beiden kamen per Kaiserschnitt. „Da habe ich mir natürlich Sorgen gemacht“, sagt Iris Fritzsche – zumal ihre Bindung an Hündin Hummel eine besondere ist. Das wusste die Remscheiderin schon damals, als sie Hummel zum ersten Mal sah. „Sie hat ein besonderes Wesen“, sagt sie. Die Hündin verausgabe sich gerne auf dem Hundeplatz, der Hundesport gehöre auch deswegen zum Pflichtprogramm und gleichzeitig sei die Hündin ganz mütterlich und treu. Und sie erinnert Iris Fritzsche an ihre Hündin Gean, mit der damals die Zucht begann. „Als Kind wollte ich Tierärztin werden, hatte schon immer ein Herz für Boxer und als wir endlich genug Platz hatten, bekam ich meinen ersten Hund“, erzählt sie.

Mit Gean von Greifenstein, der Ur-Ur-Oma von Hummel, entschieden sich die Fritzsches 2006 zur Zucht. „Sie war auch so ein besonderes Tier wie Hummel und wir wollten ihr Potenzial erhalten“, sagt die Remscheiderin. Also meldeten sie eine Zucht an, suchten einen Rüden und fanden Ede. Der heute 15-jährige Boxer lebt mit der Familie unter einem Dach. „Er ist der Opa“, sagt Iris Fritzsche. Viele Welpen sind seitdem auf die Welt gekommen, haben außergewöhnlich gute Gesundheitszeugnisse und nachvollziehbare Stammbäume. „Das ist uns wichtig“, sagt die Züchterin.

In den vergangenen 14 Jahren hat die Familie mit ihren Hunden viele Glücksmomente geteilt und auch traurig Abschied genommen. Mit den meisten Besitzern der Welpen, die sie sorgfältig aussuchen, haben sie noch Kontakt, es sind viele Freundschaften entstanden. „Wir sind ein Hundeleben lang ansprechbar“, sagt die Züchterin. Ein Alltag ohne Hunde? „Das ist für mich nicht vorstellbar“, sagt sie – und nimmt wieder die Welpen in den Blick.