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Ev. Kirchengemeinde Lüttringhausen: Hanna Lehnert wird neue Pfarrerin

Ev. Kirchengemeinde Lüttringhausen : Neue Pfarrerin mit Therapiehund

Hanna Lehnert will als Seelsorgerin in der Kirchengemeinde Lüttringhausen den Menschen zur Seite stehen. Das christliche Leben prägt die gebürtige Wuppertalerin seit ihrer Kindheit.

In der Kanzel stehen und zu den Menschen sprechen, ist für Hanna Lehnert genauso wichtig, wie ihnen in einer schweren Zeit zur Seite zu stehen, zuzuhören, Trost zu spenden. Die 39-Jährige ist Pfarrerin mit Leib und Seele. Seit dem 1. August ergänzt sie das Pfarrteam der Evangelischen Kirchengemeinde Lüttringhausen.

Das christliche Leben prägt die gebürtige Wuppertalerin seit ihrer Kindheit. Vater Georg Lehnert war 28 Jahre lang Pfarrer in Beyenburg und ist vor allem in Spieckern/Walbrecken sehr bekannt. Den Weg zur Pfarrerin schlug sie allerdings erst spät ein – im Alter von 28 Jahren. Ein schwerer Unfall mit einer Nahtoderfahrung sei der Schlüsselmoment gewesen, erzählt sie ganz offen.

Davor habe sie „drei Jahre mit Gott gerungen“. Immerhin hatte sie gerade erst nach ihrer Ausbildung zur Optikerin ihre Heimat verlassen und eine neue Stelle in Österreich begonnen. Nach dem Schicksalsschlag jedoch, folgte sie dem Ruf Gottes und begann von vorne. Erneut brach sie ihre Zelte ab und begann das Studium der Theologie in Reutlingen. „Da fühlte ich mich zum ersten Mal richtig im Berufsleben angekommen. Da wusste ich, das ist meine Berufung“, erklärt sie.

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Währenddessen absolvierte sie unter anderem ein Praktikum bei der Militärseelsorge in Hamburg und fand den Schwerpunkt, den sie auch bei ihrer Arbeit in Lüttringhausen setzen möchte: die Seelsorge. „Ein Traumata kann einen heute sehr schnell treffen, nach einem Unfall oder einem plötzlichen Verlust“, erklärt sie. Die Seele nehme Schade und brauche Hilfe. Diese Hilfe liege ihr im Blut. Zum gewissen Teil, ergänzt sie, sei das auch Teil des Optikerdaseins: Zuhören und bei der Problemlösung helfen.

Bei ihrer ersten Anstellung nach dem Studium war die Seelsorge jedoch kein Bestandteil. Denn die Strukturen der Evangelisch-methodistischen Kirche, für die sie in ihrer Probezeit als „Pfarrerin in Anstellung“ und später als ordinierte Pfarrerin tätig war, hat andere Strukturen als die Rheinische Landeskirche. In Hockenheim und Wiesloch war Lehnert für gleich zwei Gemeinden verantwortlich. „Das war wirklich eine große Herausforderung“, räumt sie ein. Vieles werde in den kleinen Gemeinden durch Ehrenamt organisiert. Eine Sekretärin wie in Lüttringhausen gab es nicht. Auch keinen Kollegen, von dem die Pfarrerin in ihrer Probezeit hätte lernen können.

Umso glücklicher sei sie, in Lüttringhausen mit Kristiane Voll und Oliver Rolla zwei erfahrene Pfarrkollegen zu haben, von denen sie lernen dürfe. Zunächst wird sie hier wieder als „Pfarrerin in Anstellung“ für die nächsten zwei Jahre arbeiten. „Das sehe ich aber nicht als Rückschritt, sondern als Chance“, merkt sie an. Jetzt dürfe sie auch einmal zuschauen und auch Fehler machen.

Die ersten Einblicke in ihren neuen Wirkungsbereich konnte sie bereits sammeln. Mit dabei war auch die elfjährige Mischlingshündin Layla, etwa beim Besuch im Haus Clarenbach. „Sie ermöglicht in vielen Situationen einen anderen Zugang zu den Menschen und hat mir schon oft geholfen.“ Leyla ist ein Therapiehund und wird Hanna Lehnert immer dort begleiten, wo es gewünscht ist.

„Ich bin immer ein Kind der Rheinischen Landeskirche gewesen“, betont Lehnert. Deshalb sei die neue Stelle für sie eine Heimkehr in zweierlei Hinsicht: Nach 16 Jahren Abwesenheit zurück in die Bergische Region und zurück zur Landeskirche.