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Ein beliebter Treffpunkt in Born

Serie Mein Remscheid : Ein beliebter Treffpunkt in Born

Haus Drosten hat nicht nur eine historische Daseinsberechtigung, sondern auch eine wichtige Funktion.

Bald 80 Jahre ist Haus Drosten im Besitz der Familie Beyer. Doch auch schon lange bevor das alte Schieferhaus von Harald Beyers Großvater 1939 erworben wurde, stand es an der heutigen B 51, von der aus sich die Ortschaft entwickelte. Viele Durchreisende hat das Hotel in seiner Geschichte beherbergt und tut es noch heute. In unmittelbarer Nähe, gleich an der Bundesstraße 51, die sich durch die kleine Ortschaft zieht, stehen sich zwei Hotels – Drosten und Hof Born – gegenüber. Nun ist Bergisch Born nicht gerade als klassisches Reiseziel oder touristische Hochburg bekannt, sodass sich Unwissenden häufig die Frage stellt: Warum stehen hier gleich zwei Hotels?

Dass die beiden Häuser nicht nur eine historische Daseinsberechtigung haben, sondern noch heute eine wichtige Funktion erfüllen, erklärt Harald Beyer (70): „Zu uns kommen seit Jahrzehnten sehr viele Monteure.“ Das war vor allem nach der Wende der Fall, als viele Ostdeutsche aufgrund des höheren Verdienstes im Westen hier ihre handwerkliche Begabung zu Geld machten. Doch das Haus, das von einem Hermann Drosten vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet und geführt wurde, zählte in seinen Anfängen gut situierte Bürger, die mit der Pferdekutsche anreisten, zu seinen Besuchern. Von einem großen Park im hinteren Teil des Hauses und einer seitlich anliegenden Kegelbahn ist heute nichts mehr zu sehen. Aus dem Park ist ein kleiner Garten geworden, die Kegelbahn ist einer Parkfläche gewichen.

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Als Kind, erinnert sich Beyer, haben teure Autos vor und neben dem Haus geparkt. „Haus Hammerstein in Hückeswagen war viele Jahre Treffpunkt wichtiger Unternehmer und Politiker, die dort ihre Themen ausdiskutierten.“ Weil das Haus dort aber nicht so groß ist, übernachteten die wichtigen Herrschaften in Hammerstein, „ihre Fahrer kamen zu uns“. Ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Hauses habe es auch gegeben, verrät Beyer. „Als mein Opa das Haus erwarb, stellte er den Saal, der damals oben war, für die Treffen der Hitler-Jugend zur Verfügung, aber das war zum Glück lange vor meiner Zeit.“

Nach seinem Opa übernahm Beyers Vater den Familienbetrieb. Als dieser wiederum 1962 viel zu früh und plötzlich verstarb, war Harald Beyer gerade erst 14 Jahre alt. „Meine Mutter verpachtete das Haus, während ich meine Schule und Lehre beendete.“

1964 ging der heute 70-Jährige im Hotel zur Eich in Wermelskirchen in die Lehre. 1969 kehrte er in den heimischen Betrieb zurück und übernahm Restaurant und Hotel, nachdem es drei verschiedene Pächter sieben Jahre lang stark heruntergewirtschaftet hatten.

Beyer krempelte das Haus um und legte los, verwandelte das Hotel und Restaurant mit gut bürgerlicher Küche in einen beliebten Treffpunkt für Borner und Gäste.

Den Charme von einst hat das alte Haus nicht verloren, doch der Anspruch der Gäste ist ein anderer. Nach gut 45 Jahren verkaufte Beyer 2008 das Haus an seinen Sohn. Seit fünf Jahren ist der gebürtige Eritreer Eyasu Mesfun Pächter des Hauses und setzt als gelernter Gastronom und Hotelier neue Akzente.

Eine moderne, mediterrane Küche und regelmäßige Veranstaltungen gehören zum neuen Konzept des Hauses. In Zukunft soll der Biergarten erweitert werden. Und der Hotelbetrieb, sagt Eyasu Mesfun, laufe dank vieler Monteure wie gewohnt weiter.