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Dreifachhalle wird teurer als geplant 

Sportflächen : Dreifachhalle am Rögy wird deutlich teurer als geplant 

Mehr als ein Jahr später als geplant wird der Sportkomplex am RöGy übergeben. Baustopp trieb die Kosten in die Höhe.

Die Dreifachsporthalle am Röntgen-Gymnasium (RöGy) steht vor der Fertigstellung. Mit dem Ende der Sommerferien soll das Gebäude, das auf einem Teil des Schulhofs an der Christhauser Straße errichtet wurde, an den Schul- und Vereinssport übergeben werden. Damit findet eine von Problemen und Mängeln geprägte Bauzeit – endlich – ein gutes Ende.

Eigentlich hätten in der neuen Sporthalle bereits im Frühjahr 2017 die Bälle rollen sowie Schüler und Vereinsmitglieder laufen und turnen sollen. Dass der Sport erst mehr als ein Jahr später Einzug in den Neubau hält, liegt unter anderem an einem Streit zwischen der Stadt und der Baufirma. Ende 2016 waren bei Kontrollen fehlerhafte Fundamente entdeckt worden. Die Stadt warf dem Bauunternehmen Pfusch vor, Anwälte tauschten sich aus. Erst ein externer Projektleiter, der als „ehrlicher Makler“ zwischen den Konfliktparteien vermittelte, konnte dafür sorgen, dass die Bauarbeiten im Juli 2017 wieder aufgenommen wurden.

„Zwischenzeitlich hatte ich Sorge, dass sich die Halle zu Remscheids Hauptstadtflughafen oder zu seiner Elbphilharmonie entwickelt“, weckte die Verzögerung bei Anja Klein, die als Architektin beim Gebäudemanagement die Interessen der Stadt als Bauherrin vertritt, böse Gedanken an Pannen-Großprojekte. Zumal der achtmonatige Baustopp den gesamten Bauzeitenplan durcheinander wirbelte. „Die Unternehmen, die wir für die weiteren Arbeiten beauftragt hatten, waren anschließend bereits mit Folgeaufträgen beschäftigt. Wir mussten neue Termine finden“, berichtet Klein. Weil in der Zwischenzeit Tariflöhne in der Baubranche erhöht und die Materialpreise aufgrund der hohen Nachfrage stetig stiegen, kostete die Verzögerung bares Geld: Statt der im Haushalt veranschlagten
5,3 Millionen Euro kostet die Dreifachsporthalle rund 7,2 Millionen Euro. Dafür erhalten das RöGy und die Lenneper Sportvereine einen hochmodernen Sportkomplex. Das beweist nicht nur die 45 mal 27 Meter große Dreifachhalle. Allein die Zahl der Spielfeldmarkierungslinien in der Halle verrät, dass hier nicht nur klassische Sportarten eine neue Heimat finden, sondern auch unbekanntere wie Tchouk- oder Korfball.

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Ein Hingucker ist auch der mit rund 140 m² etwas kleinere Gymnastikraum, in dem künftig etwa Zumba- und Tanzkurse stattfinden sollen. Die Wände in Gelb, Orange und Rot sorgen im Raum gemeinsam mit dem Holzparkettboden für eine warme Atmosphäre. Riesige Wandspiegel ermöglichen es den Sportlern, bei den Übungen die richtige Körperhaltung einzunehmen.

Doch auch außerhalb der eigentlichen Sportareale wird das barrierefrei zugängliche Gebäude sinnvoll genutzt. Und zwar nicht nur in den komplett neuen Umkleidekabinen. Auch der kleine Innenhof, der für viel Licht auf den Fluren sorgt, hat bereits seine Bestimmung gefunden.

„Hier stellen die RöGy-Schüler ihre Vogelvoliere auf“, erklärt Anja Klein, die genau wie Schüler und Sportler der endgültigen Übergabe der Halle entgegen fiebert.

Bis dahin müssen noch abschließende Arbeiten wie das Asphaltieren der Zufahrt erledigt werden. Und erst dann werden sich Stadt und Bauunternehmer noch einmal zusammensetzen, um über die Schlussrechnung für den Neubau zu sprechen.

(Boll)