Jochems trumpft auf

Mittelmaß reichte dem TV Ratingen zum ersten Saisonsieg in einem Derby.Die Grün-Weißen ließen dem Aufsteiger TV Angermund beim 37:30 keine Chance.

Es war kein sonderlich gutes Derby, das Verbandsliga-Treffen zwischen dem TV Ratingen und dem noch abstiegsgefährdeten TV Angermund. Es verlief einseitig, nur die Ratinger zeigten vor 120 Zuschauern phasenweise eine annehmbare Vorstellung. Die reichte voll und ganz, um den Gästen von der Anger beim 37:30 (16:13) keine Chance zu lassen.

Bei den Angermundern hielt Keeper Kraatz all das, was man erwarten kann. Ihn traf keine Schuld, selbst wenn 37 Gegentore eine Menge sind. Teriete kam nur für kurze Zeit. Gut spielte Christian Dannhäuser. Zehn Bälle setzte der Routinier den Hausherren ins Netz. Mehr war von dessen Mannschaft nicht zu sehen. Und Trainer Maks Osterc hatte vor Ärger einen roten Kopf, der fast zu platzen drohte: "Ich bin stinksauer. Es war überhaupt keine Einstellung zum Handball erkennbar. So haben wir in der Verbandsliga nichts zu suchen." Er ließ es auch nicht als Ausrede zu, dass die beiden Clodts wieder einmal nicht dabei waren.

Frühjahrs-Müdigkeit beim TVA

Sven Esser hörte bei diesen Worten aufmerksam zu. So richtig zufrieden war er auch nicht trotz der beiden Heimpunkte und dem ersten Saisonsieg in einem Derby. "Vor der Pause hatten wir einige gute Phasen, wir konnten uns auch rechtzeitig absetzten", erklärte er. "Aber immer dieser Schlendrian, der nervt mich. Wir mussten diesen Gegner viel klarer aus unserer Halle schießen. Der TVA ist mit diesem Ergebnis gut bedient."

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21 Minuten lag hielten die Gäste ordentlich mit. Zumal sie durch den gleich starken Dannhäuser trafen. Und durch den 19-jährigen Steffen Neukirchen. Hier benötigten die Hausherren eine gewisse Zeit, um sich darauf einzustellen. Es stand 10:11 durch Axning (21.), es sah gut aus für den TVA. Später stand der Ratinger Mittelblock mit den erfreulich gut aufgelegten Tristan Beckmann und vor allem Philipp Jochems viel sicherer. Auch, weil die Gäste offenbar von der überall gefürchteten Frühjahr-Müdigkeit befallen waren.

15:11 hieß es kurz vor dem Wechsel. Von hier an dominierten nur noch die Hausherren. Bei 27:18 (40.) durch Tristan Beckmann deutete sich sogar ein Kantersieg an. Der blieb aber aus, weil der Schlendrian eintrat. Erfreulich aus Ratinger Sicht war die unglaubliche Steigerung von Philipp Jochems, den der TVA nie in den Griff bekam.

Würde der 24 Jahre alte Rückraum-Hüne konzentrierter schießen, er könnte zu den Besten dieser Liga zählen. Aber einige seiner Schüsse prallten auch vom Gebälk zurück. In der Endphase setzte Sven Esser seinen Zukunfts-Keeper Benedikt Schueler ein. Beurteilen freilich kann man dies nicht.

(RP)