Handball: Bei der SGR ist noch Sand im Getriebe

Handball: Bei der SGR ist noch Sand im Getriebe

Der Handball-Regionalligist tut sich beim 27:25-Heimsieg gegen Rheinbach schwerer als notwendig.

Es ist ziemlich leicht zu merken, wie der Gemütszustand von Petre Angelov ist. Obwohl der mazedonische Handball-Torhüter der SG Ratingen nicht gerade ein Meister der ausgeprägten Mimik ist. Wenn er jedoch beide Fäuste gen Hallendach streckt, ist er zufrieden mit sich und der Welt. Und wenn der Ball nach einem Gegentreffer viel zu weit ins Feld geschleudert wird, garniert von genervtem Kopfschütteln, illustriert das die andere Seite. Beide Extreme durchlebte Angelov im Heimspiel des Löwenrudels gegen den TV Rheinbach. Denn die Ratinger taten sich gegen das Kellerkind deutlich schwerer als nötig und siegten am Ende „nur“ 27:25 (14:10).

Nach rund zehn Minuten stand es vor 250 Zuschauern in der gut gefüllten Sporthalle an der Gothaer Straße erst 3:3. Da hatte Angelov bereits eine erste spektakuläre Dreifach-Parade ausgepackt. Dann begann die erste starke Phase des Löwenrudels, das binnen weniger Minuten durch konzentrierte Abwehr- und Torwartarbeit, gepaart mit soliden Angriffen, auf 8:3 davon zog. Den Vorsprung gaben die Ratinger in der ersten Hälfte nicht mehr her, ließen Rheinbach dennoch immer wieder ein wenig herankommen. Bei 13:10 parierte Angelov einen Alleingang mit einem tollen Reflex der linken Hand. Dann stand es 14:10, so ging es in die Halbzeit. Alles in Ordnung, so schien es.

Doch dann ärgerten sich die Hausherren wieder selbst. Nach der Pause stand es schnell 16:11, binnen 15 Sekunden kamen die Gäste jedoch wieder auf drei Treffer heran. Als es gar 19:17 steht, nahm Marcel Müller von der Bank die Auszeit. Angelov guckte da, als hätte ihm jemand das Auto geklaut. Unkonzentriertheiten kosteten die klare Führung. Nach dem Gespräch an der Spielerbank setzten sich die Ratinger wieder auf vier Treffer ab.

In der Schlussphase durfte sich dann Jascha Schmidt im Tor versuchen. Und es wurde trotzdem noch einmal eng. Rene Lönebach und Alexander Schöneseiffen, die beiden gefährlichsten Gäste-Spieler, brachten das Kellerkind immer wieder heran. 24:23 stand es fünf Minuten vor Schluss, kurz darauf 25:24. Max Eugler erzielte zwei Minuten vor dem Ende das 26:24, in dem er sich am Kreis gut durchsetzte. Dann lenkte Schmidt auf der anderen Seite einen Wurf an die Latte – als Kai Funke dann ebenfalls am Kreis den 27. Ratinger Treffer erzielte, war die Partie gelaufen.

„Ich verstehe es nicht“, sagte Trainer Ace Jonovski nach dem Spiel. „Wir haben in den ersten 20 Minuten des Spiels nur fünf Tore zugelassen. Und dann kassieren wir bis zur Pause fünf weitere. Nach der Pause machen wir zu viele Fehler im Angriff. Daraus müssen wir lernen.“

Co-Trainer Marcel Müller war selbstkritisch. „Wir müssen auch an der Kommunikation besser arbeiten. Die Mannschaft muss immer wissen, was zu tun ist, sonst ist sie verunsichert.“ Die Trainer lobten vor allem Kapitän Kai Funke, der den verletzten Christian Mergner hervorragend vertrat. „Auch Lukas Plaumann hat es im Rückraum richtig gut gemacht“, betonte Müller. „In der Abwehr haben wir größtenteils bombig gespielt, jetzt müssen wir es auch im Spiel nach vorn besser hinkriegen.“

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