Ice Aliens brauchen jetzt fremde Hilfe

Eishockey : Ice Aliens brauchen jetzt fremde Hilfe

Der Regionalligist könnte noch Vierter werden – wenn er selbst zweimal gewinnt und Diez-Limburg zweimal verliert.

Zum wiederholten Mal in dieser Saison mussten sich die Ratinger Ice Aliens den Vorwurf gefallen lassen, zwei von drei sicher geglaubten Punkten noch aus der Hand gegeben zu haben. Trotzdem war Krystian Sikorski, Trainer des Eishockey-Regionalligisten, alles andere als unzufrieden. „Penaltyschießen ist immer eine Glückssache. Generell haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. In einigen Situationen hätten wir uns etwas besser im Griff haben müssen“, sagte Sikorski. Mit 6:7 (3:2, 1:1, 2:3, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen hatten die Außerirdischen gegen den direkten Konkurrenten um Platz vier, die EG Diez-Limburg, verloren – und damit die Riesenchance vergeben, das Heimrecht für die Play-offs am letzten Hauptrunden-Wochenende selbst in der Hand zu haben. „Wenn du sechs Tore im Heimspiel machst, dann musst du auch gewinnen“, stellte Stürmer Tim Brazda kritisch fest. „Wir haben auch zu viele unnötige Strafzeiten genommen“, ergänzte sein Trainer.

So ruhen nun alle Hoffnungen der Ratinger auf zwei Aussetzer der „Rockets“ aus Diez, die es am kommenden Wochenende mit dem Tabellenführer Hammer Eisbären und dem Dritten EHC Neuwied zu tun bekommen – mit zwei harten Brocken. Parallel müssen die Aliens schauen, dass sie beide Pflichtaufgaben gegen die Kellerkinder Luchse Lauterbach (Freitag, 20 Uhr, Eisporthalle Sandbach) und bei der Zweitvertretung der Löwen Frankfurt (Sonntag, 17.30 Uhr) nach regulärer Spielzeit gewinnen. Nur so können die Aliens die auf fünf Punkte weggezogenen „Rockets“ noch vom begehrten Platz vier verdrängen.

„Das Heimrecht wäre nicht nur sportlich, sondern auch für den Verein wichtig“, betont Tim Brazda, „jetzt müssen wir auf Hamm und Neuwied hoffen und selbst alles daransetzen, sechs Punkte zu holen.“ Dabei hätten es die Aliens so komfortabel haben können. In einem äußerst starken Mitteldrittel hatten die Außerirdischen nach dem Treffer von Dustin Schumacher zum 4:2 nach fast genau der Hälfte der Partie die besten Aussichten, drei Zähler am Sandbach zu behalten.

Doch es kam wie so oft in dieser Spielzeit. Sieben Sekunden vor der zweiten Pause verkürzten die Gäste auf 4:3 und sie waren auch nach dem Seitenwechsel die bessere Mannschaft. So konnten die Ratinger von Glück reden, dass Simon Klemmer nach dem 5:6 knapp fünf Minuten vor dem Ende noch ausglich und dadurch die Verlängerung erzwang. „Wenn du mit zwei Toren führst, dann musst du das schlau spielen und über die Zeit bringen“, betonte Tim Brazda, „wir waren defensiv zu schwach und haben nicht abgeräumt, wie vorher abgesprochen.“ Dass in Lorenzo Maas, Tom Giesen und Christian Müller gleich drei etatmäßige Verteidiger fehlten, war in vielen Szenen zu erkennen.

So fiel die Entscheidung im Penaltyschießen, in dem die Gäste aus dem Rhein-Lahn-Kreis mit zwei sehenswert vorgetragenen Penaltys die Oberhand behielten. Gäste-Trainer Stephan Petry hatte bei der Auswahl der beiden US-Amerikaner Jeffrey Smith und James Hill ein goldenes Händchen bewiesen. „Das Spiel ist ein sehr guter Anhaltspunkt für die Play-offs, weil wir wahrscheinlich gegen Diez-Limburg spielen. Ich denke, dass wir ein gutes Spiel gesehen haben“, erläuterte Sikorski. „Wir müssen uns am Wochenende richtig zusammenreißen, vor allem am Sonntagabend unter dem Zeltdach in Frankfurt“, forderte Tim Brazda.

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