Der mazedonische Torhüter der SG Ratingen hält fünf Siebenmeter

Handball : TVK scheitert an Ratingens Angelov

Der mazedonische Champions-League-Sieger hält alleine fünf Siebenmeter. Ein Beleg für die hohe individuelle Qualität des Top-Favoriten der Nordrheinliga. So siegen die Gäste in der rappelvollen Waldsporthalle 31:25. Die Hausherren wehren sich aber tapfer.

Es war sicher kein hochklassiger Auftakt in die neue Saison in der Nordrheinliga am Freitagabend, aber der TV Korschenbroich und Top-Favorit SG Ratingen boten dafür viel Unterhaltung. Und auch für das Schiedsrichtergespann war es das erste Saisonspiel: Rico Hochstein und Julian Wiedemann gaben deutlich mehr Zeitstrafen, als es die Partie verdient hatte. Zum Höhepunkt in der 39. Minute standen vier Korschenbroicher drei Ratingern auf dem Feld gegenüber. Die direkte Rote Karte gegen Maximilian Eugler dreieinhalb Minuten vor dem Ende war dagegen vollauf berechtigt. Am Ende setzten sich die Gäste in einem unruhigen, aber schnellen Spiel 31:25 (16:11) durch.

Ausschlaggebend dafür waren einmal die individuelle Klasse der mit zwei aktuellen mazedonischen Nationalspielern und einem Champions-League-Sieger im Tor gespickten Ratinger, und zum anderen einige Fehler der doch immer mal wieder hektisch agierenden Gastgeber. Diese legten zwar einen sehr ordentlichen Start in das Spiel hin, doch nach rund 20 Minuten nahm vor allem Filip Lazarov für die Gäste das Heft in die Hand: Der mazedonische Halblinke traf zum 12:8, 13:8 und 14:10, zudem assistierte er zum 15:10 durch Yannik Nitzschmann und für einen Siebenmeter, den allerdings Nitzschmann gegen TVK-Torwart Max Vitz verwarf.

Überhaupt, das Torhüterduell. Das erschien ungleich, mit Vitz auf der einen und Petar Angelov auf der anderen Seite. Doch im Spiel war davon nicht viel zu sehen. Klar, der Champions-League-Sieger von 2017 verunsicherte David Biskamp bei seinen Siebenmetern so sehr, dass er den ersten über das Tor hob und den zweiten dem Mazedonier an die Schulter setzte, aber Vitz stand ihm von der Anzahl der Paraden (am Ende waren es zwölf) kaum nach. Wie sehr die Präsenz von Angelov aber den TVK beeindruckte, sah man auch in Hälfte zwei, als nach Biskamp auch Nicolai Zidorn (Latte), Sascha Wistuba, der beste Torschütze der Hausherren, und erneut Biskamp mit ihren Siebenmetern scheiterten.

Gemessen daran hielt der TVK gut mit, zehn Minuten vor dem Ende waren es nach einem Kraftakt von Philip Schneider, der einen Abpraller von Angelov noch irgendwie ins Tor schlug, nur noch vier Tore Rückstand beim 20:24. Und als Vitz erst einen Ball parierte und Wistuba über das ganze Feld bedient wurde, der zum 23:26 einwarf, schien noch mehr möglich, doch dazu langte es nicht. Dennoch, es war in der rappelvollen Waldsporthalle bei bester Stimmung ein guter Auftakt für den TVK in der neuen Liga.

TVK: Vitz (1. bis 60. Minuten / 12 Paraden, davon bei einem Siebenmeter) – Wistuba (6), Dicks, Jennes (1), Brinkhues (2), Zidorn (2), Christall (1), Wolf (4), Förster (2), Biskamp (2), Fütterer (1), Schneider (4).